Lange wurde gerätselt, was genau Ex-Kanzler Karl Nehammer in seinem neuen Job bei der Europäischen Investitionsbank (EIB) eigentlich macht. Nun lüftet sich der Schleier – und die Enthüllung hat es in sich: Nehammer ist nicht in den Finanzmetropolen Europas tätig, sondern überwacht millionenschwere Projekte in Afrika, finanziert mit europäischen Steuergeldern.
Millionen-Deal in Sambia
Wie exxpress.at berichtet, gibt ein Social-Media-Beitrag des Ex-Kanzlers erstmals tiefere Einblicke in seine neue Tätigkeit. Nehammer ist demnach direkt in die Prüfung von Investitionen in Sambia eingebunden. Konkret geht es um ein Projekt, bei dem es um bis zu 30 Millionen Euro geht. Auf seinem X-Account (früher Twitter) postete Nehammer Bilder von seinem Besuch vor Ort.
Er schreibt dort: „Die @EIB prüft weiterhin Möglichkeiten, ihre Investitionen in Sambia zu erhöhen. Heute habe ich den Finanzminister, Dr. Musokotwane getroffen und die Galunia Farm besucht, ein KMU, das mit Mitteln der EIB im Agrarsektor unterstützt wird.“
Treffen mit dem Finanzminister und Farm-Besuch
Bei seiner Reise nach Lusaka, der Hauptstadt Sambias, traf Nehammer also den Finanzminister des Landes, Dr. Situmbeko Musokotwane. Im Mittelpunkt des Interesses steht die „Agri Value Chain Facility“, ein Programm, das kleinen und mittleren landwirtschaftlichen Betrieben sowie Kleinbauern Zugang zu Finanzmitteln und technischer Hilfe ermöglichen soll. Die Europäische Investitionsbank selbst bestätigte das Vorhaben ebenfalls über ihre offiziellen Kanäle.
Die Tatsache, dass der ehemalige österreichische Bundeskanzler nun in Afrika über die Vergabe von Millionen aus europäischen Steuertöpfen mitentscheidet, sorgt für Diskussionen. Während sein Wechsel zur EIB bereits bekannt war, blieb seine genaue Rolle bis jetzt im Dunkeln. Mit den neuen Informationen wird klar: Nehammers politisches Wirken hat sich von der Wiener Innenpolitik auf die internationale Entwicklungshilfe verlagert.
Quelle: Exxpress.at
Neueste Kommentare