Virus-Alarm auf Sardinien: Behörden greifen mit Drohnen und Geldstrafen durch

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Virus-Alarm auf Sardinien: Behörden greifen mit Drohnen und Geldstrafen durch

Italien kämpft mit einer dramatischen Welle des West-Nil-Virus, und nirgendwo ist die Lage so angespannt wie auf der Urlaubsinsel Sardinien. Die Behörden schlagen Alarm und planen nun drastische Maßnahmen, um die Ansteckungen in den Griff zu bekommen.

Drohnen sollen Mücken-Hotspots aufspüren

Besonders die Provinz Oristano im Westen Sardiniens hat sich zu einem Epizentrum des Ausbruchs entwickelt. Wie das Portal Merkur.de berichtet, sind die Behörden fest entschlossen, dem Virus den Kampf anzusagen. Federico Argiolas, der außerordentliche Kommissar der lokalen Gesundheitsbehörde, plant den Einsatz von Drohnen. „Wir brauchen Drohnen, um das Gebiet zu kartieren“, erklärte er gegenüber rainews.it. Mit den unbemannten Fluggeräten sollen Brutstätten der Stechmücken aus der Luft identifiziert werden – von Feuchtgebieten über verlassene Grundstücke bis hin zu unfertigen Gebäuden.

Die malerische Landschaft Sardiniens bietet ideale Bedingungen für die Mücken, die das Virus übertragen. Zugvögel schleppen den Erreger ein, und die Insekten verbreiten ihn dann weiter unter Menschen und Tieren.

Krisengipfel einberufen – Bußgelder für Bürger drohen

Angesichts der eskalierenden Lage wurde ein Krisengipfel einberufen, um das weitere Vorgehen zu koordinieren. Doch die Behörden setzen nicht nur auf Technik. Wie oe24.at meldet, sollen auch die Bürger stärker in die Pflicht genommen werden. Wer Wasseransammlungen auf seinem Grundstück nicht beseitigt muss künftig mit empfindlichen Geldstrafen rechnen. „Das Engagement aller ist gefragt, auch wenn das bedeutet, dass diejenigen, die keine Kontrollen durchführen, mit Geldstrafen belegt werden“, so Argiolas.

Alarmierende Zahlen in ganz Italien

Die Lage ist landesweit besorgniserregend. Laut dem italienischen Gesundheitsinstitut ISS wurden bereits 647 Infektionen bestätigt. Bei rund 300 Erkrankten entwickelte sich die gefährliche neuroinvasive Form, die schwere neurologische Schäden verursachen kann. Die Zahl der Todesopfer ist auf 47 gestiegen. Wie das Gesundheitsportal TravelHealthPro meldet, hat sich die Zahl der Fälle seit Juli rasant erhöht.

Während Sardinien mit seiner geografischen Lage besonders anfällig ist, sind auch andere Regionen stark betroffen. Die Nachrichtenagentur Euronews berichtet, dass neben Italien auch in Griechenland, Rumänien, Bulgarien und Frankreich Fälle registriert wurden. Das italienische Gesundheitsministerium versucht zwar zu beruhigen und spricht davon, dass die Situation unter Kontrolle sei, doch die hohe Sterblichkeitsrate von fast 16 Prozent zeichnet ein anderes Bild.

Die Behörden appellieren an die Bevölkerung, sich selbst zu schützen: helle, lange Kleidung tragen, Insektenschutzmittel verwenden und Moskitonetze an den Fenstern anbringen. Denn solange es keine Impfung gibt, bleibt der Schutz vor Mückenstichen die wirksamste Waffe gegen das tödliche Virus.

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