Veruntreuung: Star der Salzburger Festspiele verurteilt

Veruntreuung: Star der Salzburger Festspiele verurteilt

Der österreichische Kulturmanager und ehemalige Intendant der Salzburger Festspiele sowie der Mailänder Scala, Alexander Pereira, hat Probleme in Italien: Ein Gericht in Florenz verurteilte den 77-jährigen Österreicher am Donnerstag im Schnellverfahren zu 22 Monaten Haft auf Bewährung und zu hohen Schadenersatz-Zahlungen.

Das aktuell gefällte Urteil: schuldig in zwei Fällen der Veruntreuung. Pereira, der von 2020 bis 2023 dem traditionsreichen Opernhaus Maggio Musicale Fiorentino vorstand, soll Ausgaben getätigt haben, die nicht von seinem Arbeitsvertrag gedeckt waren.

Konkret geht es um 24.000 Euro, die er laut Gerichtsbeschluss aus der Kasse der Opernstiftung für persönliche Zwecke verwendet haben soll – darunter etwa die Kosten für seinen Umzug von Mailand in eine gemietete Villa in San Casciano Val di Pesa, einem toskanischen Weinort südlich von Florenz. Derartige Ausgaben waren laut Vertrag nicht vorgesehen.

Zusätzlich zur Bewährungsstrafe muss Pereira (APA-Bild unten) der Stiftung 26.000 Euro als finanziellen Ausgleich sowie 1500 Euro Schadenersatz zahlen, berichtet Salzburg 24.

Teilschuldspruch

Vom deutlich schwerer wiegenden Vorwurf der Unterschlagung in Millionenhöhe wurde Pereira hingegen freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm vorgeworfen, 35 Millionen Euro aus einem staatlichen Rekapitalisierungsfonds zweckwidrig eingesetzt zu haben. Anstelle der vorgesehenen Kapitalstärkung soll Pereira diese Mittel laut Anklage zur Auszahlung von Gehältern und Steuerzahlungen verwendet haben. Das Gericht sah diesen Vorwurf jedoch nicht als nachweisbar an – ein zentraler Punkt, der dem langjährigen Opernmanager eine wesentlich höhere Strafe ersparte.

Politischer Druck

Die Ermittlungen gegen Pereira begannen 2022 und waren maßgeblich von der rechtskonservativen Partei Fratelli d’Italia initiiert worden, die in Florenz die Opposition im Gemeinderat stellt. Der Druck wurde für den einst hochangesehenen Kulturmanager bald zu groß: Im Februar 2023 trat er vorzeitig von seinem Posten in Florenz zurück.

Pereira, der seine Karriere an der Oper Zürich begann und sie mit internationalen Stationen in Salzburg, Mailand und Florenz krönte, hat die Möglichkeit, gegen das Urteil Berufung einzulegen. Bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung gilt die Unschuldsvermutung.

Credits: APA

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