Papst Leo XIV. ruft zum Frieden auf — und erntet dafür heftige Kritik aus dem Weißen Haus. Der Streit zwischen Washington und dem Vatikan eskaliert täglich. Jetzt mischt sich auch Vizepräsident J.D. Vance ein.
Der Papst und sein Friedensappell
Bei einem großen Friedensgebet im Petersdom forderte Papst Leo XIV. unmissverständlich ein Ende aller Kriege. Wie tageblatt.de berichtet, sagte das Kirchenoberhaupt: „Schluss mit dem Krieg!“ und richtete sich direkt an die Regierenden der Welt: „Haltet ein! Es ist Zeit für den Frieden.“ Die Lage sei von „Allmachtsfantasien“ geprägt, die immer unberechenbarer würden.
Besonders die Kriegsrhetorik der USA gegen den Iran kritisierte Leo — bürgerlicher Name Robert Francis Prevost, geboren 1955 in Chicago — mit ungewöhnlicher Schärfe und bezeichnete Trumps Drohungen als „wirklich inakzeptabel“. Auf seinem X-Kanal schrieb er außerdem: „Gott segnet keinen Konflikt“ — ein Christ stehe „niemals auf der Seite derjenigen, die einst das Schwert führten und heute Bomben abwerfen.“
Vance belehrt den Pontifex
Damit war die Reaktion aus Washington vorprogrammiert. Wie das Handelsblatt berichtet, trat Vizepräsident J.D. Vance — selbst Katholik — bei einer Veranstaltung an der University of Georgia ans Mikrofon und widersprach dem Papst direkt. Der Pontifex irre, wenn er behaupte, Christen stünden nie auf der Seite derer, die Bomben abwerfen. Als Gegenbeispiel nannte Vance die alliierten Truppen im Zweiten Weltkrieg: „War Gott auf der Seite der Amerikaner, die Frankreich von den Nazis befreit haben?“
Laut Weltwoche legte Vance nach und mahnte den Papst, seine Aussagen seien nicht „in der Wahrheit verankert“: „Es ist, denke ich, sehr, sehr wichtig, dass der Papst vorsichtig ist, wenn er über Fragen der Theologie spricht.“
Trump legt nach — und bricht mit Meloni
Auch US-Präsident Donald Trump griff den Papst direkt an. Wie ZDF berichtet, schrieb Trump auf Truth Social: „Kann bitte jemand Papst Leo sagen, dass der Iran in den letzten zwei Monaten mindestens 42.000 unschuldige, völlig unbewaffnete Demonstranten getötet hat?“ Ein Atomwaffenbesitz Teherans sei „absolut inakzeptabel.“ Bereits zuvor hatte Trump Leo XIV. als „schwach bei Kriminalität und furchtbar in der Außenpolitik“ bezeichnet und erklärt, er sei „kein Fan“ des Papstes.
Die Attacken brachten Trump in ungewohnte diplomatische Isolation. Wie die Berliner Zeitung berichtet, wies Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni — enge Verbündete Trumps — die Angriffe ausdrücklich zurück: „Ich halte die Äußerungen von Präsident Trump über den Heiligen Vater für inakzeptabel.“ Der Papst habe als Oberhaupt der Kirche das Recht, zum Frieden aufzurufen.
Hintergrund: Der erste US-Papst im Konflikt mit dem US-Präsidenten
Leo XIV. ist der erste US-amerikanische Papst der Geschichte — eine historische Ironie, die den Konflikt noch schärfer erscheinen lässt. Wie Euronews berichtet, reagierte der Pontifex auf Trumps Attacken bereits auf dem Rückflug zu Beginn seiner Afrikareise. Theologe Massimo Faggioli sieht in dem Zwist laut katholisch.de den Beginn vom Ende der Trump-Regierung: Leo habe Trump aus der Reserve gelockt.
Credits: APA
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