Eine Nacht, ein abgeschossener Militärhubschrauber, eine US-Vergeltungsaktion. Die Lage im Nahen Osten ist in den späten Abendstunden auf eine neue Eskalationsstufe geklettert.
Was am Montag passierte
In der Nacht auf Dienstag stürzte ein US-amerikanischer AH-64 Apache-Hubschrauber nahe der Straße von Hormus vor der Küste Omans ab. Wie CENTCOM auf X mitteilte und CBS News berichtet, wurden die zwei Besatzungsmitglieder von einer unbemannten Seedrohne gerettet — das erste Mal in der Geschichte des US-Militärs, dass eine Wasserdrohne für eine solche Rettungsaktion eingesetzt wurde. Beide Piloten befinden sich laut CENTCOM in stabilem Zustand. Trump hatte am Montagabend zunächst betont: „The pilots are fine.“
Was den Absturz verursachte, war zunächst unklar. Wie CBS News unter Berufung auf zwei US-Beamte berichtet, wurde das Gerät von einer bewaffneten iranischen Shahed-Drohne getroffen — ob es sich um einen gezielten Angriff handelte, sei zunächst unklar gewesen.
Trump macht Iran verantwortlich — und kündigt Vergeltung an
Am Dienstagmittag ließ Trump auf Truth Social keinen Zweifel: „Last night, the Iranians shot down one of our highly sophisticated Apache Helicopters while patrolling over the Strait of Hormuz“, schrieb er laut Time Magazine. „Nevertheless, the United States must, of necessity, respond to this attack.“ Beide Soldaten seien unverletzt und in Sicherheit.
US-Vergeltungsangriffe — und was sie treffen
Um 17 Uhr US-Ostküstenzeit begann das US-Militär mit dem Gegenschlag. Wie CENTCOM auf X bekannt gab und NBC News und NPR übereinstimmend berichten, wurden „Selbstverteidigungsangriffe“ auf iranische Ziele gestartet. „The mission is a proportional response to unjustified Iranian aggression“, so CENTCOM.
Gegen 21 Uhr Ortszeit erklärte CENTCOM die Operation für abgeschlossen. Wie CBC News unter Berufung auf das Militär berichtet, wurden dabei gezielt iranische Luftverteidigungsanlagen, Bodenkontrollstationen und Überwachungsradarsysteme nahe der Straße von Hormus mit Präzisionsmunition getroffen. US-Kampfflugzeuge der Air Force und der Navy waren laut CBC News an dem Einsatz beteiligt. Der Iran bestätigte Einschläge rund um Bandar Abbas, machte aber keine Angaben zu Schäden.
Eine neue Eskalationsstufe
Der Angriff auf den Hubschrauber und die US-Vergeltung stellen eine weitere Eskalation in einem Konflikt dar, der seit Monaten schwelt. Die iranische Nachrichtenagentur Mehr meldete laut oe24.at Explosionen in der Hafenstadt Sirik am Golf von Oman — ohne dass diese zunächst eindeutig zugeordnet werden konnten. CENTCOM erklärte, US-Streitkräfte blieben „wachsam und bereit, sich gegen ungerechtfertigte iranische Aggression zu verteidigen.“
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