Der Iran-Krieg schlägt voll auf die Luftfahrt durch. Kerosinpreise auf Rekordhoch, gestrichene Flüge, explodierende Ticketpreise — wer in den nächsten Monaten fliegen will, muss tief in die Tasche greifen.
Der Treibstoff, der alles verteuert
Der Auslöser ist bekannt: Die Blockade der Straße von Hormus durch den Iran hat die globalen Energiemärkte auf den Kopf gestellt. Wie der Münchner Merkur berichtet, liegt der Preis für Flugtreibstoff aktuell nahezu 100 Prozent über dem Jahresdurchschnitt. airliners.de zufolge sind die Kerosinpreise innerhalb weniger Tage von 85 bis 90 Dollar je Barrel auf bis zu 200 Dollar geklettert — eine Verdopplung in Rekordzeit.
Das trifft die Branche ins Mark. Kerosin macht je nach Airline 20 bis 30 Prozent der Betriebskosten aus, wie der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft gegenüber Business Insider bestätigte. Und Europa ist besonders exponiert: Wie der Energieexperte Amaar Khan von der Preisberichtsagentur Argus Media gegenüber Business Insider erklärte, stammen mindestens 40 Prozent der europäischen Kerosinimporte aus der Golfregion — hauptsächlich aus Kuwait — und werden über die Straße von Hormus transportiert.
Airlines erhöhen Preise, streichen Flüge
Die Reaktion der Branche ließ nicht lange auf sich warten. Wie airliners.de berichtet, erhöhte Air France-KLM die Preise für Langstrecken-Rückflüge um bis zu 50 Euro. Cathay Pacific verdoppelte seine Treibstoffzuschläge ab dem 18. März. Besonders drastisch trifft es SAS: Die skandinavische Airline streicht laut aero international im April rund 1.000 Flüge — eine direkte Folge fehlender Kerosin-Absicherung.
Auch US-Carrier spüren den Druck massiv. Wie airliners.de berichtet, warnte Delta-Chef Ed Bastian auf einer J.P. Morgan-Konferenz, der Preisanstieg habe die Kosten seiner Airline allein im März um bis zu 400 Millionen Dollar erhöht. American Airlines meldete denselben Betrag an Mehrkosten im ersten Quartal.
Für Passagiere bedeutet das: Strecken wie Frankfurt–Singapur, die früher für 400 bis 800 Euro zu haben waren, kosten laut Euronews nun über 2.000 Euro. München oder Frankfurt nach Delhi: ähnliches Bild.
Wie lange hält das noch an?
Ryanair-Chef Michael O’Leary warnt laut exxpress.at vor einem Kipppunkt: Halte das hohe Preisniveau länger als sechs Monate an, seien die Mehrkosten für die gesamte Branche kaum noch intern abzufangen. Luftfahrtexperte Linus Benjamin Bauer spricht laut Spiegel von einem „instabilen Zwischenzustand“ — für Passagiere bedeutet das kurzfristige Planänderungen, Verbindungsausfälle und Preisunsicherheit.
Einen Lichtblick gibt es immerhin: Europäische Airlines sind laut Business Insider besser gegen Preisschocks abgesichert als ihre amerikanischen oder asiatischen Konkurrenten — viele haben 45 bis 85 Prozent ihres Treibstoffbedarfs für das erste Halbjahr 2026 gehedgt. Die Lufthansa etwa sicherte über 80 Prozent ihres Jahresbedarfs zu stabilen Konditionen ab, wie aero international berichtet.
Wer in nächster Zeit fliegen will: früh buchen, Preise vergleichen — und auf Europaziele innerhalb des Kontinents setzen, wo die Aufschläge bisher noch moderat ausfallen.
Quellen:
- exxpress.at: Flugpreise vor Explosion: Kerosin-Schock trifft Urlauber
- airliners.de: Kerosinpreise verdoppelt — Airlines kündigen Ticketerhöhungen und Streichungen an
- airliners.de: Roundup — Kerosinpreise verdoppeln sich
- aero international: Hohe Kerosinpreise — SAS streicht 1.000 Flüge
- Business Insider Deutschland: Iran-Krieg sorgt für teure Flüge und Chaos
- Euronews: Oster- und Sommerurlaub — teure Flüge wegen Iran-Krieg
- Münchner Merkur: Kerosin-Preisanstieg Flugtreibstoff
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