Unterhaltsgarantie kommt: 240 Euro pro Kind, 35 Millionen Euro pro Jahr

Unterhaltsgarantie kommt: 240 Euro pro Kind, 35 Millionen Euro pro Jahr

Wer allein ein Kind großzieht und keinen oder kaum Unterhalt bekommt, steckt oft in einer finanziellen Zwickmühle. Die Bundesregierung will das jetzt mit einem neuen Fonds ändern — und zwar rasch.

Was geplant ist und wer profitiert

Wie oe24 berichtet, hat Sozialministerin Korinna Schumann die Einführung eines staatlichen Unterstützungsmodells für Alleinerziehende bestätigt. Der Gesetzentwurf wurde gemeinsam mit ÖVP und NEOS erarbeitet, geht nun in die Begutachtungsphase und soll mit 1. Juli 2026 in Kraft treten. Das jährliche Budget beläuft sich auf rund 35 Millionen Euro.

Der Fonds springt ein, wenn der unterhaltspflichtige Elternteil nicht zahlt — sei es, weil er nicht kann, nicht auffindbar ist oder weil kein Anspruch auf den bisherigen Unterhaltsvorschuss besteht. Auch Menschen, die nach Gewalt in einer Beziehung in eine finanzielle Notlage geraten sind, sowie Hinterbliebene ohne entsprechende Pensionsansprüche sollen unterstützt werden.

Die konkreten Zahlen

Pro Kind sind monatlich rund 240 Euro geplant, ausgezahlt zwölfmal jährlich — in bestimmten Fällen, etwa bei Halbwaisen ohne Pensionsanspruch, auch 14 Mal im Jahr. Für Betroffene von Partnergewalt ist darüber hinaus eine einmalige Starthilfe von bis zu 4.000 Euro vorgesehen, die akute finanzielle Engpässe abfedern soll.

Der Zugang ist an eine Einkommensgrenze geknüpft: Das monatliche Nettoeinkommen des anspruchsberechtigten Elternteils darf rund 2.768 Euro nicht übersteigen. Die Unterstützung gilt auch für volljährige Kinder in Ausbildung, allerdings maximal bis zum 20. Lebensjahr.

Lange gefordert, jetzt konkret

Das Konzept einer staatlichen Unterhaltsgarantie wird in Österreich seit Jahren diskutiert und war wiederholt Teil politischer Programme — ohne je umgesetzt zu werden. Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner bezeichnete den Schritt laut oe24 als wichtige sozialpolitische Maßnahme: Finanzielle Eigenständigkeit sei eine zentrale Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben, besonders für Frauen in schwierigen Situationen.

Noch laufen die abschließenden Details der Ausarbeitung. Der Zeitplan ist aber fix: Wenn das Begutachtungsverfahren planmäßig abläuft, könnten Alleinerziehende ab dem Sommer erstmals auf die neue Absicherung zählen.

Credits: APA

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