Ein radikaler Vorstoß aus Österreich sorgt für Aufsehen: Digitalisierungs-Staatssekretär Alexander Pröll will Social Media für Jugendliche unter 14 Jahren verbieten.
In einem Interview mit oe24.TV sprach Alexander Pröll Klartext: Plattformen wie TikTok und X (ehemals Twitter) seien nicht nur „unsoziale Medien“, sondern auch eine Gefahr für die Demokratie. „Radikalisierung, Polarisierung und Wahrnehmungsstörungen – all das wird durch Social Media befeuert“, so Pröll. Besonders Kinder und Jugendliche seien den negativen Einflüssen schutzlos ausgeliefert.
Australien als Vorbild
Pröll verweist auf Australien, das bereits ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige eingeführt hat. „Wir setzen uns innerhalb der EU für ein Verbot für unter 14-Jährige ein“, erklärte der Staatssekretär. Sollte eine europäische Lösung zu lange dauern, sei Österreich bereit, im Alleingang zu handeln. „Dänemark macht es vor, und wir könnten nachziehen“, betonte er.
„Wir sind alle abhängig“
Pröll gibt offen zu, selbst viel zu viel Zeit auf Social Media zu verbringen. „Besonders Kinder können mit dieser Abhängigkeit noch schwerer umgehen“, warnte er. Studien zeigen, dass Jugendliche durch gefilterte Bilder und unrealistische Schönheitsideale zunehmend unter Wahrnehmungsstörungen leiden. Doch die Auswirkungen gehen laut Pröll weit über das Individuum hinaus: „Die Polarisierung zerstört unsere Demokratien.“
Bildung statt Verbote?
Ein reines Verbot reiche jedoch nicht aus, so Pröll. Begleitmaßnahmen wie digitale Bildung und Medienkompetenz seien essenziell. „Europa muss aufwachen und handeln, bevor es zu spät ist“, appellierte er.
Künstliche Intelligenz: Die nächste Herausforderung
Neben Social Media sieht Pröll auch in der künstlichen Intelligenz eine Herausforderung. „Europa wird kein neues TikTok entwickeln, aber wir können unsere Stärken in der Industrie und im Quantencomputing nutzen“, sagte er. Österreich sei hier mit Wissenschaftlern wie Anton Zeilinger an der Weltspitze.
Credits: APA
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