Österreichs Universitäten stellen sich auf drastische Budgeteinschnitte ein – und aus den eigenen Koalitionsreihen kommt Gegenwind. Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) warnt vor den Folgen für den Standort.
Eine Milliarde Euro weniger – „beispiellose“ Kürzung
Wie science.ORF.at unter Berufung auf die Universitätenkonferenz (uniko) und die APA berichtet, wurden die 22 öffentlichen Universitäten Österreichs am Montag vom Wissenschaftsministerium über die geplanten Budgetzahlen für die nächste Leistungsvereinbarungsperiode 2028 bis 2030 informiert. Die kursierenden Zahlen sind alarmierend: Statt der erhofften 18 Milliarden Euro sollen die Unis laut science.ORF.at nur noch 15,5 Milliarden erhalten – inklusive Arztgehälter an Unikliniken. In der aktuellen Periode stehen ihnen noch 16,5 Milliarden zur Verfügung. Das wäre eine nominelle Kürzung um eine Milliarde Euro – ein Vorgang, der laut heute.at aus Universitätskreisen als „beispiellos“ bezeichnet wird.
Wie vol.at berichtet, hatte die uniko für 2028 bis 2030 ursprünglich einen Finanzierungsbedarf von 18 Milliarden Euro veranschlagt – entsprechend einem jährlichen Plus von drei Prozent und damit in etwa dem Inflationsausgleich. Uniko-Präsidentin Brigitte Hütter hatte dabei laut science.ORF.at betont, man habe „konservativ geschätzt“ und wolle angesichts der Budgetkonsolidierung „den Bogen nicht überspannen“. Die Kluft zwischen Bedarf und Angebot beträgt trotzdem 2,5 Milliarden Euro.
Holzleitner kämpft – ÖH kündigt Proteste an
Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) verweist laut science.ORF.at auf laufende Verhandlungen und will „bis zur letzten Sekunde um ein solides Ergebnis kämpfen“. Die Zahlen seien noch nicht fix. Weniger diplomatisch reagiert die Österreichische Hochschülerschaft: Wie heute.at berichtet, hat die ÖH bereits Proteste gegen die Sparpläne angekündigt.
Stelzer warnt: „Dort entstehen die Ideen von morgen“
Nun mischt sich auch Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) in die Debatte ein – und das mit deutlichen Worten. Wie oe24.at aus einem Medienempfang in Wien berichtet, betonte Stelzer, es brauche neben ordentlichen Finanzen und Investitionen eine „starke und verlässliche Finanzierung von Forschung, Universitäten und Fachhochschulen“. Sein Appell: „Denn dort entstehen die Ideen, Arbeitsplätze und Technologien von morgen.“ Er fordere eine „faire“ Behandlung – und werde nicht zusehen, wenn Oberösterreich gegenüber anderen Uni-Standorten benachteiligt werde. Besonders die Medizinische Fakultät Linz werde im Vergleich zu anderen Medizin-Unis laut Stelzer unfair behandelt.
Zugleich verwies der Landeshauptmann auf die wirtschaftliche Stärke seines Bundeslandes – etwa auf Investitionen von Google, TGW und FACC sowie auf die Übernahme des oberösterreichischen KI-Startups Emmi AI durch den französischen Konzern Mistral. „Unternehmen investieren dort, wo sie Vertrauen in den Standort haben. Genau dieses Vertrauen besteht in Oberösterreich“, so Stelzer laut oe24.at.
Credits: APA
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