Ein Führungswechsel an der SPÖ-Spitze gilt derzeit als wenig realistisch. Trotzdem zeigt eine aktuelle Umfrage, welches Potenzial ein anderer Name an der Parteispitze freisetzen könnte: Gerhard Zeiler.
SPÖ dümpelt bei 15 Prozent
Die SPÖ mit Parteichef Andreas Babler hängt seit Monaten bei rund 15 Prozent fest – ein historischer Tiefstand für die Partei. Während Babler in den Umfragen weiter kämpft, sorgt nun ausgerechnet ein parteiferner Name für Aufsehen: der frühere ORF-Generaldirektor und internationale Medienmanager Gerhard Zeiler, der der Partei offenbar neue Wählerschichten erschließen könnte.
43 Prozent könnten sich SPÖ mit Zeiler vorstellen
Grundlage dafür ist die aktuelle „Frage der Woche“ für den Polit-Talk „Aktuell: Die Woche“ bei ATV und JOYN. Meinungsforscher Peter Hajek befragte dafür von 7. bis 10. September 2026 online 500 Wahlberechtigte, ob die SPÖ für sie wählbar wäre, würde Zeiler statt Babler bei der nächsten Nationalratswahl antreten. Das Ergebnis: Für insgesamt 43 Prozent wäre eine SPÖ unter Zeiler zumindest eine Option – 12 Prozent würden die Partei dann „ganz sicher“ wählen, weitere 31 Prozent antworten mit „möglicherweise“. Auf der anderen Seite schließen 41 Prozent eine Stimme für die SPÖ auch mit Zeiler an der Spitze aus, 15 Prozent machten keine Angabe. Erwartungsgemäß am höchsten ist die Zustimmung unter den eigenen Wählern: Hier wäre die Partei mit Zeiler für 86 Prozent wählbar, nur 8 Prozent schließen das aus.
Auch bei Grünen, NEOS und sogar FPÖ punktet Zeiler
Für die SPÖ interessant ist vor allem der Blick über die eigene Wählerschaft hinaus. Bei den Grün-Wählern könnten sich 58 Prozent zumindest vorstellen, eine von Zeiler geführte SPÖ zu wählen, unter NEOS-Wählern sind es 48 Prozent. Selbst bei der ÖVP kommt Zeiler auf beachtliches Potenzial: 43 Prozent der ÖVP-Wähler wäre die SPÖ mit ihm sicher oder möglicherweise wählbar, 52 Prozent schließen einen Wechsel aber weiterhin aus. Bemerkenswert ist der Wert unter FPÖ-Wählern: Immerhin 25 Prozent halten eine SPÖ mit Zeiler zumindest für eine mögliche Option, 70 Prozent sagen klar Nein.
Hajek: „Kaum Akzeptanzprobleme“ in der eigenen Partei
Meinungsforscher Hajek sieht in den Zahlen bemerkenswertes Potenzial: „Gerhard Zeiler wäre für knapp jede zweite Wählerin und jeden zweiten Wähler in Österreich bei der Nationalratswahl 2029 eine Wahloption.“ Einen entscheidenden Haken gibt es aus seiner Sicht dennoch: Nur rund jeder Zehnte würde die SPÖ mit Zeiler derzeit ganz sicher wählen, etwa ein Drittel würde es sich immerhin überlegen. Innerhalb der eigenen Partei sieht Hajek dagegen kaum Widerstand: „In der SPÖ-Wählerschaft hat Zeiler kaum Akzeptanzprobleme.“ Besonders bemerkenswert findet er die Werte unter FPÖ-Wählern – dass sich selbst ein Viertel von ihnen eine SPÖ mit Zeiler vorstellen könnte, zeige aus seiner Sicht, dass ein Teil der blauen Wählerschaft über Personen und Themen weiterhin erreichbar sei.
Ob die aufgezeigten Potenziale jemals politisch relevant werden, hängt freilich davon ab, ob es innerhalb der SPÖ tatsächlich zu einem Führungswechsel kommt – und danach sieht es derzeit nicht aus.
Credits: Parlamentsdirektion/Thomas Topf
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