SPÖ fällt auf 14 Prozent – Grüne fast gleichauf

SPÖ fällt auf 14 Prozent – Grüne fast gleichauf

Die Talfahrt der SPÖ nimmt kein Ende: Eine aktuelle Umfrage weist für die Partei von Andreas Babler den schlechtesten Wert der gesamten Zweiten Republik aus. Die Grünen liegen inzwischen nur noch einen Prozentpunkt dahinter, die FPÖ markiert gleichzeitig einen neuen Rekordwert.

Neuer historischer Tiefstwert für die SPÖ

Wie oe24.at unter Berufung auf die aktuelle Erhebung der Lazarsfeld Gesellschaft berichtet, kommt die SPÖ in der von 31. August bis 8. September durchgeführten Umfrage nur noch auf 14 Prozent – ein Minus von einem Prozentpunkt gegenüber der Vorwoche. Befragt wurden dafür 2.000 Personen, die maximale Schwankungsbreite liegt bei 2,2 Prozentpunkten. Bei einer Nationalratswahl am kommenden Sonntag läge die Partei damit satte fünf Prozentpunkte unter ihrem bereits historisch schwachen Ergebnis von der Nationalratswahl 2024. Bemerkenswert dabei: Erst vor zwei Wochen hatte die SPÖ mit 15 Prozent den bisherigen Negativrekord aufgestellt – nun wurde dieser bereits wieder unterboten.

Personaldebatte gewinnt an Fahrt

Angesichts der anhaltend schlechten Werte werden parteiintern die Rufe nach einer Ablöse Bablers lauter. Neben dem ehemaligen ORF-Generaldirektor Gerhard Zeiler wird dabei vor allem Finanzminister Markus Marterbauer als mögliche Alternative gehandelt – dies trotz seiner aktuellen Krebserkrankung, die er derzeit in Behandlung hat.

Grüne rücken bedrohlich nahe

Für zusätzlichen Druck auf die SPÖ-Spitze sorgt die Entwicklung bei der Konkurrenz am linken Rand: Die Grünen kommen in derselben Umfrage bereits auf 13 Prozent und liegen damit nur noch einen Punkt hinter der einstigen Traditionspartei. Sollte sich der Abwärtstrend der SPÖ fortsetzen, könnten die Grünen unter Leonore Gewessler die Sozialdemokraten schon bald überholen. Auch die KPÖ gewinnt weiter an Zuspruch: Mit aktuell 4 Prozent stünde sie vor dem Wiedereinzug in den Nationalrat, aus dem die Partei bereits in den 1950er-Jahren geflogen war. Zusammengerechnet kommen Grüne und KPÖ mit 17 Prozent bereits deutlich über den Wert der SPÖ – ein Umstand, der aus Sicht von Beobachtern den von Babler eingeschlagenen linkspopulistischen Kurs infrage stellt, da dieser den Stimmenabfluss zu diesen beiden Parteien bislang nicht stoppen konnte.

ÖVP stabil, FPÖ auf Rekordkurs

Im Vergleich dazu zeigt sich die ÖVP deutlich stabiler: Kanzler Christian Stockers Partei kommt aktuell auf 21 Prozent und konnte den Abwärtstrend zumindest über der 20-Prozent-Marke stoppen, wenngleich auch dieser Wert klar unter dem Wahlergebnis von 2024 liegt. Die NEOS liegen bei 7 Prozent, zwei Punkte unter ihrem damaligen Ergebnis. Ungebremst bleibt dagegen der Höhenflug der FPÖ: Mit 39 Prozent markiert die Partei von Herbert Kickl einen neuen Umfragerekord – dies, obwohl sämtliche anderen Parteien eine Zusammenarbeit mit ihm als Kanzler ablehnen.

Koalition würde Mehrheit deutlich verfehlen

Die Zahlen zeigen auch die möglichen Konsequenzen für die aktuelle Regierungskonstellation: Bei diesem Wahlergebnis kämen ÖVP, SPÖ und NEOS gemeinsam nur noch auf 78 Mandate – für eine Mehrheit im Nationalrat wären jedoch 92 Sitze notwendig. Aktuell verfügt die Koalition noch über 109 Sitze. Eine Fortsetzung der bestehenden Regierungskonstellation wäre unter diesen Voraussetzungen damit nicht nur ohne Mehrheit, sondern auch von einer erreichbaren Mehrheit weit entfernt.


Credits: Parlamentsdirektion/​Katie-Aileen Dempsey

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