Umfrage-Schub für die ÖVP nach Stockers Neujahrsrede

Umfrage-Schub für die ÖVP nach Stockers Neujahrsrede

Christian Stockers Auftritt beim ÖVP-Neujahrsempfang zeigt Wirkung: Die Volkspartei klettert in der aktuellen Lazarsfeld-Umfrage um vier Prozentpunkte nach oben. Die FPÖ bleibt zwar klar auf Platz eins, verliert aber leicht. Für die SPÖ hingegen wird es eng.

Die Zahlen: ÖVP legt deutlich zu

Die brandaktuelle Umfrage der Lazarsfeld Gesellschaft für oe24 bringt Bewegung in die festgefahrene politische Landschaft. Zwischen dem 26. Jänner und dem 3. Februar wurden 2.000 Personen befragt, die maximale Schwankungsbreite liegt bei 2,2 Prozent.

Mit 35 Prozent bleibt die FPÖ zwar unangefochten an der Spitze, büßt jedoch einen Prozentpunkt gegenüber der Vorwoche ein. Die eigentliche Überraschung liefert die ÖVP: Sie springt um vier Prozentpunkte auf 24 Prozent – ein Plus, das außerhalb der statistischen Schwankungsbreite liegt und damit als signifikant gelten kann.

Wehrpflicht-Befragung als Stimmungswandel

Der Zeitpunkt des Aufschwungs ist kein Zufall. Die Umfrage wurde unmittelbar nach Christian Stockers Rede beim ÖVP-Neujahrsauftakt in der Wiener Metastadt durchgeführt. Wie der ORF berichtet, kündigte der Kanzler dort eine Volksbefragung zur Verlängerung der Wehrpflicht an – ein klassisches ÖVP-Kernthema.

Stocker sprach sich für das sogenannte „8+2-Modell“ aus: acht Monate Grundwehrdienst plus zwei verpflichtende Milizübungen. „Eine derart tiefgründige Veränderung“ dürfe nicht über die Köpfe der Bevölkerung hinweg entschieden werden, argumentierte der Kanzler laut profil. Die Volksbefragung könnte bereits im Herbst stattfinden, die Reform soll mit 1. Jänner 2027 in Kraft treten.

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner begrüßte den Vorstoß als „gut und richtig“. Die direkte demokratische Beteiligung sei bei solchen Entscheidungen „ein sehr guter Weg“, so Tanner laut nachrichten.at.

SPÖ auf historischem Tiefpunkt

Während die ÖVP punkten kann, verharrt die SPÖ auf desaströsem Niveau. Mit 18 Prozent liegt die Partei von Andreas Babler auf dem dritten Platz – ein Minus von einem Prozentpunkt. Wie oe24 kommentiert, ist das fast ein Negativrekord für die einstige Großpartei.

Auch die Neos liegen mit acht Prozent stabil, die Grünen rutschen hingegen unter die 10-Prozent-Marke und landen bei neun Prozent. Zusammen kämen ÖVP, SPÖ und Neos damit auf lediglich 51 Prozent – die Ampel-Koalition bleibt ohne komfortable Mehrheit.

Kickl dominiert die Kanzlerfrage

In der direkten Kanzlerfrage zeigt sich ein noch deutlicheres Bild: Herbert Kickl liegt mit 32 Prozent (plus ein Prozentpunkt) mehr als doppelt so weit vorne wie Christian Stocker, der auf 14 Prozent kommt (minus ein Prozentpunkt).

Der FPÖ-Chef profitiert weiterhin von der Schwäche der Ampel-Koalition. Wie exxpress nach dem Neujahrsauftakt berichtete, bleibt die ÖVP-Führung dennoch demonstrativ optimistisch und geschlossen hinter Stocker. Von Krisenstimmung sei bei der Veranstaltung nichts zu spüren gewesen.

Einschätzung: Kleiner Hoffnungsschimmer für Stocker

Die aktuelle Umfrage markiert für die ÖVP eine leichte Trendwende. Erstmals seit Wochen nähert sich die Volkspartei wieder der 25-Prozent-Marke. Der Weg zurück zur Nummer eins bleibt allerdings weit: 11 Prozentpunkte trennen die ÖVP derzeit von der FPÖ.

Ob der Schwung anhält, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Die nächste Bewährungsprobe steht bereits bevor: Die Regierung muss konkrete Ergebnisse liefern – und die SPÖ ihren Platz in der Koalition neu definieren.

Credits: APA

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