Umfrage: NEOS rutschen auf 6 Prozent ab

Umfrage: NEOS rutschen auf 6 Prozent ab

Nach der SPÖ gerät nun auch der zweite kleine Koalitionspartner in eine handfeste Umfragekrise. Die aktuelle Erhebung der Lazarsfeld Gesellschaft zeigt: Die NEOS fallen auf nur noch 6 Prozent – die Grünen sind der Partei von Beate Meinl-Reisinger damit längst nicht mehr nur enteilt, sondern mehr als doppelt so stark.

FPÖ bleibt uneinholbar vorne

Wie die für oe24 durchgeführte Umfrage unter 2.000 Befragten (7. bis 15. September) zeigt, wäre die FPÖ bei einer Nationalratswahl am kommenden Sonntag klare Siegerin. Zwar verliert die Partei aktuell zwei Prozentpunkte, mit 37 Prozent liegt sie aber weiterhin weit vor den Koalitionsparteien ÖVP und SPÖ. Auch in der Kanzlerfrage bleibt Parteichef Herbert Kickl mit 33 Prozent klare Nummer eins, trotz eines kleinen Minus von einem Punkt.

Regierungsmalus trifft nun die NEOS

Besonders auffällig ist die Entwicklung bei den NEOS: Bereits seit Wochen liegen sie unter ihrem Wahlergebnis von 9 Prozent, nun rutschen sie erstmals auf 6 Prozent ab. Zwar hatte es bereits Anfang August einen ähnlich schlechten Wert gegeben, diesmal handelt es sich aber offenbar nicht mehr um einen einmaligen Ausrutscher. Die direkte Konkurrenz um linksliberale Wähler, die Grünen unter Ex-Umweltministerin Leonore Gewessler, hat die NEOS nicht nur überholt, sondern kommt mit 13 Prozent bereits auf mehr als das Doppelte. Bemerkenswert dabei die Umkehrung gegenüber der letzten Wahl: Damals traf der klassische Regierungsmalus die Grünen, nun erwischt es die andere kleine Koalitionspartei. Verstärkt werden dürften dadurch auch parteiinterne Zweifel am Sinn der eigenen Regierungsbeteiligung, die es bei den NEOS ohnehin schon gibt.

ÖVP und SPÖ legen leicht zu – bleiben aber weit hinten

Sowohl ÖVP als auch SPÖ können sich in der aktuellen Erhebung leicht verbessern, auf 22 beziehungsweise 16 Prozent. Mit dem ersten Platz haben beide Parteien damit aber nach wie vor nichts zu tun.

KPÖ bleibt drittes Mal in Folge im Parlament

Wie sehr die SPÖ unter Parteichef Andreas Babler weiterhin in der Bredouille steckt, zeigt ein zusätzlicher Umstand: Bereits zum dritten Mal in Serie würde die KPÖ mit 4 Prozent den Einzug in den Nationalrat schaffen. Babler, der seine Partei ausdrücklich mit einem linkspopulistischen Kurs stärken wollte, ist mit diesem Ziel damit bislang gescheitert.

Koalition würde 27 Mandate verlieren

Die aktuellen Werte zeigen deutlich, wie weit die Regierungskoalition mittlerweile von einer eigenen Mehrheit entfernt ist. Rechnet man einen möglichen Einzug der KPÖ mit ein, kämen ÖVP, SPÖ und NEOS gemeinsam nur noch auf 82 Mandate – für eine Mehrheit wären mindestens 92 Sitze nötig. Aktuell verfügt die Koalition noch über 109 Sitze im Nationalrat. Gegenüber dem Wahlergebnis hätte die Koalition damit laut aktueller Umfrage rechnerisch bereits 27 Mandate eingebüßt.

Credits: BKA-Tarek Wilde

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