Digitaler Euro: Marterbauer nennt Zeitplan und Kosten

Digitaler Euro: Marterbauer nennt Zeitplan und Kosten

Der digitale Euro nimmt konkrete Formen an. Eine parlamentarische Anfrage der FPÖ hat nun neue Details zu Zeitplan und Kosten des Projekts ans Licht gebracht.

FPÖ wollte es genau wissen

Die Anfrage von FPÖ-Abgeordnetem Norbert Nemeth und weiteren Mandataren wollte vom Finanzministerium wissen, wie Österreich zum digitalen Euro steht – von Datenschutz und Cyberrisiken bis zu Kosten und möglichen Folgen für das Bargeld. Die Antwort von Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) langte am 10. September im Nationalrat ein.

Einführung ab 2029 „realistisch“

Beim Zeitplan wird das Finanzministerium konkret: Die Trilogverhandlungen zwischen den EU-Institutionen laufen bereits seit Juli, eine Einigung über den Gesetzestext wird bis Ende 2026 angestrebt. Nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank braucht es anschließend rund zweieinhalb Jahre für Implementierung und tatsächliche Ausgabe. Eine Einführung des digitalen Euro ab 2029 erscheine deshalb „realistisch“.

Über eine Milliarde Euro Implementierungskosten

Billig wird das Projekt nicht: Die EZB kalkuliert mit 1,3 Milliarden Euro allein für die Implementierung. Hinzu kommen laufende jährliche Betriebskosten von 320 Millionen Euro, die vom Eurosystem getragen werden sollen. Welche konkreten Kosten dabei auf den österreichischen Bund zukommen, lässt sich laut Marterbauer erst nach Abschluss der Verhandlungen beziffern.

Bargeld soll erhalten bleiben

Um Sorgen vor einer schleichenden Verdrängung des Bargelds entgegenzuwirken, betont das Finanzministerium ausdrücklich, dass der digitale Euro das Bargeld nicht ersetzen, sondern lediglich ergänzen soll. Das Ministerium unterstütze den Erhalt des Bargelds ausdrücklich. Passend dazu plant die Österreichische Nationalbank (OeNB), innerhalb der kommenden zwei Jahre landesweit bis zu 120 neue Bankomaten aufzustellen – mit besonderem Fokus auf den ländlichen Raum.

Ob und wie sich der ambitionierte Zeitplan angesichts der noch laufenden EU-Verhandlungen tatsächlich hält, dürfte sich erst mit dem für Ende 2026 angepeilten Verhandlungsabschluss zeigen.

Credits: Parlamentsdirektion /​ Thomas Topf

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