Die Debatte um das Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren hat nun auch Social Media erreicht. Reality-Star und Influencer Erik Seidl, bekannt als „Satansbratan“, übte in einem Instagram-Video Kritik an der Regelung – Integrationsministerin Claudia Bauer reagierte prompt mit einem eigenen Clip.
„Warum bauchfrei erlaubt, Kopftuch aber verboten?“
In seinem Video stellte Seidl die Frage, warum Mädchen in der Schule bauchfrei, im Minirock oder stark geschminkt auftreten dürften, ein Kopftuch für unter 14-Jährige dagegen verboten sei. Er betonte dabei allerdings auch, dass es einen wesentlichen Unterschied mache, ob ein Mädchen zum Tragen eines Kopftuchs gezwungen werde oder es aus eigener religiöser Überzeugung heraus tragen wolle. Seine Aussagen sorgten in den sozialen Netzwerken für ein geteiltes Echo aus Zustimmung und Kritik.
„Oida, ich hab das echt so satt“
Ministerin Bauer ließ die Kritik nicht unwidersprochen und veröffentlichte ihrerseits ein Video, in dem sie Ausschnitte aus Seidls Beitrag einspielte und seiner Argumentation widersprach. Ihr Einstieg fiel unmissverständlich aus: „Oida, ich hab das echt so satt!“ Besonders stieß sie sich an der Vorstellung, ein Kopftuch könne Mädchen vor Blicken oder Zurufen von Männern schützen: „Ein Mädchen soll sich mit einem Stück Stoff schützen? Wovor denn genau?“
„Das hat bei uns keinen Platz“
Seidl hatte in seinem Video auch das Verhalten von Männern thematisiert, die Frauen auf der Straße anstarren, ihnen nachrufen oder nachpfeifen – ein Verhalten, das er selbst als „ekelhaft“ bezeichnete. Genau an diesem Punkt setzte Bauer an: Auch die Vorstellung, Mädchen müssten sich verhüllen, damit Männer sie nicht belästigen, sei aus ihrer Sicht problematisch. Es gehe schließlich um Mädchen im Alter von acht, neun oder zehn Jahren, die nicht den Eindruck bekommen dürften, selbst für den Schutz vor männlichen Blicken verantwortlich zu sein. Ihr Fazit fiel entsprechend deutlich aus: Die Vorstellung, Mädchen müssten sich vor den Blicken von Männern verschleiern, habe „bei uns definitiv keinen Platz“.
Verbot als Beitrag zu selbstbestimmtem Aufwachsen
Für die Ministerin bleibt genau dieser Gedanke ein zentrales Argument für das seit 1. September geltende Kopftuchverbot. Mädchen sollten in Österreich „frei und selbstbestimmt“ aufwachsen können, so Bauer. Auch das Bundeskanzleramt führt den Schutz vor Druck und Fremdbestimmung als erklärtes Ziel der Maßnahme an.
Credits: Andy Wenzel
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