Die Österreicher und die EU – eine Beziehung voller Höhen und Tiefen. Eine aktuelle Eurobarometer-Umfrage zeigt, wie gespalten die Meinungen in der Alpenrepublik wirklich sind. Während die EU in anderen Ländern auf mehr Zustimmung stößt, bleibt Österreich skeptisch. Doch woran liegt das?
Vertrauen wächst, aber Skepsis bleibt
Wie die Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich berichtet, ist das Vertrauen der Österreicher in die EU zuletzt gestiegen – um ganze fünf Prozentpunkte auf 51 Prozent. Doch das ist nur die halbe Wahrheit: Nur 38 Prozent der Befragten haben ein positives Bild von der EU, während 25 Prozent ein negatives Bild zeichnen. Damit liegt Österreich deutlich unter dem EU-Durchschnitt, wo 44 Prozent die EU positiv sehen. Besonders kritisch: Migration und der Ukraine-Krieg werden als größte Herausforderungen wahrgenommen.
EU-Erweiterung? Nein, danke!
Laut einer Umfrage lehnt die Mehrheit der Österreicher eine Erweiterung der EU ab. Nur 45 Prozent sprechen sich für die Aufnahme neuer Länder aus – ein Wert, der nur von Tschechien und Frankreich unterboten wird. Besonders skeptisch stehen die Österreicher Ländern wie Albanien, Georgien und der Türkei gegenüber. Selbst die Ukraine, die im EU-Durchschnitt auf 52 Prozent Zustimmung kommt, erreicht in Österreich nur 40 Prozent.
Geld, Macht und Misstrauen
Ein weiterer Streitpunkt: die Finanzierung der EU. Nur 33 Prozent der Österreicher seien für neue Einnahmequellen der EU, etwa durch Steuern auf Treibhausgasemissionen. Europaweit liegt die Zustimmung hier bei über 50 Prozent. Auch die Idee, EU-Förderungen stärker an Rechtsstaatlichkeit zu knüpfen, findet in Österreich weniger Anklang als im EU-Durchschnitt.
Die ewige Frage: Was bringt uns die EU?
Trotz aller Kritik sehen 60 Prozent der Österreicher Vorteile in der EU-Mitgliedschaft – ein Rückgang um fünf Prozentpunkte im Vergleich zur letzten Umfrage. Themen wie Inflation, Migration und Sicherheit stehen dabei ganz oben auf der Prioritätenliste. Doch während die EU in anderen Ländern als Lösung gesehen wird, bleibt in Österreich oft der Eindruck, dass Brüssel mehr Probleme schafft, als es löst.
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