Auch unsere deutschen Nachbarn sind in der Stimmungskrise: Sechs von zehn Bürgern finden, das Leben war vor zehn Jahren besser – besonders bei Asyl, Wirtschaft und Klima herrscht Frust. Die größten Probleme? Je nach Partei ganz unterschiedlich.
Eine Mehrheit der Deutschen blickt kritisch auf die Entwicklung der Lebensverhältnisse im Land. Das zeigt eine aktuelle INSA-Umfrage im Auftrag der „BILD“. Demnach sagen 60 Prozent der Befragten, dass es sich in Deutschland heute schlechter lebt als vor zehn Jahren. Nur neun Prozent meinen, das Leben habe sich verbessert, 28 Prozent sehen keine Veränderung.
Mit der bisherigen Arbeit der Bundesregierung zeigt sich ebenfalls eine große Unzufriedenheit. 54 Prozent der Befragten gaben an, dass aus ihrer Sicht keines der abgefragten politischen Probleme erfolgreich gelöst worden sei. Nur zwölf Prozent sehen in der Asylkrise Fortschritte, zehn Prozent beim Umgang mit dem Ukraine-Krieg, acht Prozent bei der Bewältigung der Wirtschaftskrise. Klimaschutz, Sozialreformen und der Zollstreit kommen jeweils nur auf drei bis vier Prozent Zustimmung.
Auf die Frage, wo noch am meisten Arbeit auf die Bundesregierung wartet, nennen 24 Prozent die Wirtschaftskrise, 22 Prozent die Asylkrise, 17 Prozent die Reform des Sozialsystems und 13 Prozent den Klimaschutz. Zwölf Prozent sehen im Ukraine-Krieg weiteren Handlungsbedarf, drei Prozent beim Zollstreit. Zwei Prozent sehen keinen Nachholbedarf.
Jeder zweite AfD-Wähler lebt ungern in Deutschland
Deutlich wird auch, wie unterschiedlich die Einschätzungen in den Wählergruppen ausfallen. Wähler von CDU, SPD und FDP sehen vor allem die Wirtschaft als zentrales Problem. Bei AfD-Wählern liegt der Fokus mit 39 Prozent auf der Asylkrise. Grünen-Anhänger sehen mit 45 Prozent den Klimaschutz vorn. Anhänger des Bündnisses Sahra Wagenknecht sind zwischen Asyl- und Wirtschaftskrise gespalten. Linken-Wähler nennen zu gleichen Teilen Sozialreformen, Klimaschutz und Wirtschaft.
Trotz der vielfach kritischen Bewertungen geben 71 Prozent der Befragten an, gern in Deutschland zu leben – 25 Prozent sehr gern, 46 Prozent eher gern. 20 Prozent leben eher ungern in Deutschland, sechs Prozent sehr ungern. Unter AfD-Wählern ist die Stimmung gespalten: 49 Prozent leben ungern in Deutschland, 47 Prozent gern. In allen anderen politischen Lagern überwiegt die Lebenszufriedenheit.
Credit: APA
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