Ukraines neuer Verteidigungsminister: „50.000 Russen pro Monat töten“

Ukraines neuer Verteidigungsminister: „50.000 Russen pro Monat töten“

Mychajlo Fedorow, der neue ukrainische Verteidigungsminister, hat ein außergewöhnliches Kriegsziel formuliert: Monatlich 50.000 russische Soldaten sollen getötet werden. Die Aussage des 35-Jährigen bei einem Treffen mit Medienvertretern sorgt international für Aufsehen – sie zeigt die dramatische Zuspitzung des Krieges und gleichzeitig die verzweifelte Lage der Ukraine.

Management und messbare Ergebnisse

Bei seiner ersten öffentlichen Stellungnahme nannte Fedorow zwei Prioritäten für sein neues Amt, wie der Kyiv Independent berichtet. Die erste: konsequente Leistungsorientierung im Verteidigungsapparat. „Management muss sich an jenen orientieren, die in der Lage sind, definierte Ziele zu erreichen“, sagte er. „Wenn Menschen keine messbaren Ergebnisse liefern, können sie nicht im System bleiben.“

Die zweite Priorität formulierte Fedorow drastisch: „Das zweite strategische Ziel ist es, 50.000 Russen pro Monat zu töten“, wie die Weltwoche unter Berufung auf den Kyiv Independent berichtet. Im vergangenen Monat seien bereits 35.000 russische Soldaten getötet worden, „alle diese Verluste sind per Video verifiziert“, so der Minister. Russland betrachte Menschen lediglich als Ressource, und Engpässe seien bereits erkennbar.

Verluste im Millionenbereich

Beide Kriegsparteien veröffentlichen nur selten offizielle Angaben zu eigenen Verlusten. Nach Schätzungen des ukrainischen Generalstabs hat Russland seit Kriegsbeginn am 24. Februar 2022 insgesamt rund 1,22 Millionen Soldaten verloren – darunter Tote, Verwundete und Vermisste, wie die Weltwoche berichtet. Diese Zahlen lassen sich unabhängig nicht vollständig verifizieren. Das unabhängige Rechercheprojekt Mediazona und BBC News Russian haben allerdings bis Mitte Januar 2026 über 163.000 namentlich identifizierte gefallene russische Soldaten dokumentiert, wie Wikipedia berichtet.

Nach Angaben von Al Jazeera meldete Präsident Wolodymyr Selenskyj Anfang Januar, dass im Dezember 2025 etwa 35.000 russische Soldaten „eliminiert“ wurden – im November waren es 30.000, im Oktober 26.000. Diese Zahlen beziehen sich laut ukrainischen Angaben auf „per Video verifizierte“ Verluste.

Russische Geländegewinne trotz Verlusten

Trotz hoher Verluste konnte Russland zuletzt begrenzte Geländegewinne erzielen. Nach Angaben des ukrainischen Analyseprojekts DeepState, wie die Weltwoche berichtet, besetzten russische Truppen im Jahr 2025 rund 4.336 Quadratkilometer ukrainischen Territoriums – weniger als ein Prozent der Gesamtfläche des Landes. Russland hat seine Taktik verändert, wie Al Jazeera berichtet: Statt großer mechanisierter Angriffe setzt Moskau auf Infiltrationstaktiken mit kleinen Einheiten und verstärkten Drohneneinsatz.

Ukraines Personalproblem

Gleichzeitig leidet die Ukraine unter zunehmendem Personalmangel. Fedorow erklärte bereits am 14. Januar laut Kyiv Independent, dass etwa zwei Millionen Ukrainer sich der Mobilisierung entzögen, weitere 200.000 Soldaten seien unerlaubt abwesend. Diese Zahlen hatte er bei seiner Ernennung durch das ukrainische Parlament öffentlich gemacht – ein ungewöhnlich offenes Eingeständnis der Probleme.

Vom Digitalminister zum Kriegsminister

Das ukrainische Parlament ernannte Fedorow am 14. Januar zum Verteidigungsminister, wie die Weltwoche berichtet. Zuvor war der 1991 in Wassyliwka geborene Politiker stellvertretender Ministerpräsident und Minister für digitale Transformation. In dieser Funktion trieb er die Drohnenproduktion massiv voran und etablierte das Projekt „Brave1“, das sein Ministerium mit dem Verteidigungsministerium verknüpfte, um militärische Technologien zu entwickeln, wie Militär-Aktuell berichtet.

Unter seiner Führung stieg die Zahl der Drohnenhersteller von sieben zu Kriegsbeginn auf über 500, wie news.de berichtet. Fedorow gilt als enger Vertrauter Selenskyjs und als Vertreter jener Fraktion, die auf Innovation und technologische Überlegenheit setzt – insbesondere im Drohnenkrieg, der laut Militär-Aktuell eine immer größere Rolle im Ukraine-Konflikt spielt.

Credits: Von Dubetskyi-Ph – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=101733834

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