Ukraine zündet Putins Kriegskasse an: Drohnenangriffe auf russische Ölanlagen

Ukraine zündet Putins Kriegskasse an: Drohnenangriffe auf russische Ölanlagen

Mit gezielten Drohnenangriffen trifft die Ukraine erneut tief ins Herz der russischen Energiewirtschaft. Zwei Regionen brennen – und das ist kein Zufall.

Lukoil-Anlagen in Nischni Nowgorod getroffen

In der Nacht auf den 5. April 2026 schlugen ukrainische Drohnen gleich in mehreren russischen Regionen ein. Wie t-online unter Berufung auf die dts Nachrichtenagentur berichtet, gab Gouverneur Gleb Nikitin im Gebiet Nischni Nowgorod via Telegram bekannt, dass 30 Drohnenangriffe abgewehrt worden seien – doch herabfallende Trümmer setzten zwei Objekte des Ölkonzerns Lukoil in Brand. Auch Wohnhäuser und ein Heizkraftwerk wurden beschädigt, es kam zu Stromausfällen. Verletzte gab es nach vorläufigen Angaben nicht.

Hafen Primorsk abermals im Visier

Nicht zum ersten Mal wurde auch der Hafen Primorsk im Gebiet Leningrad angegriffen. Wie Gouverneur Alexander Drosdenko laut t-online via Telegram mitteilte, brach an einer Ölleitung ein nach seiner Darstellung „ungefährlicher Brand“ aus, 19 ukrainische Drohnenangriffe seien abgewehrt worden. Primorsk ist einer der strategisch wichtigsten russischen Öl-Exporthäfen am Finnischen Meerbusen und stand in den vergangenen Wochen bereits wiederholt unter ukrainischem Beschuss.

Das russische Verteidigungsministerium meldete, dass die Flugabwehr in dieser Nacht insgesamt 87 ukrainische Drohnen über russischen Zielen abgeschossen habe. Dennoch: Treffer gab es.

Strategie: Putins Kriegskasse direkt treffen

Der Chef der ukrainischen Drohnentruppen, Robert Browdi, bestätigte die Angriffe und kommentierte sie auf Telegram mit wenigen Worten: „Öl ist eine sündhafte Substanz.“ Die Botschaft dahinter ist klar: Kiew trifft mit seinen Drohnenschlägen gezielt Moskaus wichtigste Einnahmequelle. Mit den Erlösen aus dem Ölexport finanziert Russland seinen Krieg gegen die Ukraine, der seit mehr als vier Jahren andauert. Browdi bezeichnete Putin dabei als „Opa in einem Bunker“.

Wie zdfheute.de in einer früheren Analyse berichtet hatte, ist Russlands Ölexportkapazität durch die Summe der ukrainischen Angriffe auf Häfen und die Druschba-Pipeline-Unterbrechung seit Ende Januar nach Berechnungen von Reuters um etwa 40 Prozent gesunken. Moskau hat Anfang April deshalb ein Benzin-Exportverbot bis Ende Juli erlassen, um die inländischen Preise stabil zu halten.

Strategischer Kontext: Druck auf zwei Fronten

Die Angriffe auf russische Energieinfrastruktur fügen sich in ein größeres Bild: Während der Iran-Krieg die globalen Ölpreise in die Höhe treibt und Russland damit kurzfristig höhere Einnahmen bringt, versucht die Ukraine, genau diese zusätzlichen Kriegseinnahmen durch direkte Schläge auf Raffinerien und Exporthäfen zu neutralisieren. Wie finanztreff.de (dpa-AFX) festhält, ist das erklärte Ziel Kiews, Moskaus Einnahmen aus dem Verkauf fossiler Energieträger dauerhaft zu minimieren.

Credits: APA

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest

0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x