Ukraine-Verhandlungen auf Eis: Nächste Runde erst Mittwoch in Abu Dhabi

Ukraine-Verhandlungen auf Eis: Nächste Runde erst Mittwoch in Abu Dhabi

Die für Sonntag geplanten Friedensgespräche zwischen der Ukraine, Russland und den USA sind verschoben worden. Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte am Sonntag auf der Plattform X an, dass die nächste trilaterale Gesprächsrunde nun am 4. und 5. Februar in Abu Dhabi stattfinden wird. Die Verhandlungen sollten ursprünglich bereits an diesem Wochenende fortgesetzt werden.

Verschiebung ohne offizielle Begründung

„Die Termine für die nächsten trilateralen Treffen stehen fest: 4. und 5. Februar in Abu Dhabi“, schrieb Selenskyj. Er habe einen entsprechenden Bericht seines Verhandlungsteams erhalten. Die Ukraine sei bereit für eine „substanzielle Diskussion“, so der Präsident. Ziel sei es, einem „echten und würdigen Ende des Krieges“ näherzukommen. Eine offizielle russische Stellungnahme zur Verschiebung liegt zunächst nicht vor.

Selenskyj hatte bereits zuvor erklärt, dass sich Datum und Ort kurzfristig ändern könnten. Hintergrund seien aktuelle Entwicklungen im Verhältnis zwischen den USA und dem Iran, die sich auf den Zeitplan der Gespräche auswirken könnten, berichtet die Berliner Zeitung.

Donbass-Frage blockiert Fortschritt

Trotz zahlreicher Gesprächsrunden, die von allen Seiten immer wieder als „konstruktiv“ und „produktiv“ beschrieben wurden, ist eine Einigung auf ein Friedensabkommen nicht in Sicht. Der zentrale Streitpunkt bleibt die Territorialfrage. „Die Frage des Donbass ist eine Schlüsselfrage“, betonte Selenskyj bereits vor den ersten Verhandlungen in Abu Dhabi.

Russland fordert den vollständigen Rückzug ukrainischer Truppen aus dem Donbass – einer Region, die aus den Gebieten Donezk und Luhansk besteht. Derzeit kontrolliert Russland rund 80 bis 90 Prozent dieser Gebiete, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten. Moskau besteht jedoch darauf, dass sich die Ukraine auch aus den restlichen 20 Prozent zurückzieht, die noch von Kiew kontrolliert werden.

Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur Tass, dass die Gebietsfrage für Russland von „fundamentaler Bedeutung“ sei. „Die ukrainischen Streitkräfte müssen das Gebiet des Donbass verlassen, sie müssen von dort abgezogen werden“, zitiert ihn die Agentur. Ohne eine Lösung der Territorialfrage werde es keinen dauerhaften Frieden geben, betonte auch Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow.

Ukraine lehnt Gebietsabtretungen kategorisch ab

Präsident Selenskyj hatte solche Gebietsabtretungen wiederholt abgelehnt. Die ukrainische Regierung lehnt eine Übergabe von Territorium, das Russland nicht auf dem Schlachtfeld gewonnen hat, kategorisch ab, wie das Onlineportal Ukrainska Prawda berichtet. Die ukrainische Position bleibt unverändert: Eine freiwillige Abtretung von Gebieten komme für Kiew nicht infrage.

Erste trilaterale Gespräche vergangene Woche

Vergangenes Wochenende hatten in Abu Dhabi bereits erste trilaterale Gespräche zwischen ukrainischen und russischen Vertretern sowie US-Unterhändlern stattgefunden. Die Gespräche liefen unter Ausschluss der Öffentlichkeit und unter Vermittlung der USA mit ihrem Chefunterhändler Steve Witkoff. An der Spitze der ukrainischen Delegation steht Verhandlungsführer Rustem Umjerow, das russische Verhandlungsteam wird vom Chef des Militärgeheimdienstes, Igor Kostjukow, geleitet.

Witkoff traf sich am Samstag in Miami mit Kreml-Unterhändler Kirill Dmitrijew. Das Treffen sei „konstruktiv“ gewesen, teilte Dmitrijew auf X mit. Er habe auch produktive Gespräche mit einer Arbeitsgruppe zu den amerikanisch-russischen Wirtschaftsbeziehungen geführt.

Russische Angriffe dauern an

Während die Verhandlungen stocken, gehen die Kämpfe weiter. Allein in der vergangenen Woche habe Russland die Ukraine mit 980 Drohnen und fast 1.100 Gleitbomben angegriffen, berichtete Selenskyj. Russland hatte sich zwar auf Bitte von US-Präsident Donald Trump bereit erklärt, wegen der extremen Kälte und der ohnehin großen Schäden vorübergehend von neuen Angriffen auf die Energieinfrastruktur abzusehen. Diese begrenzte Feuerpause sollte nach russischen Angaben jedoch nur bis Sonntag gelten.

Strategische Bedeutung des Donbass

Der Donbass ist für beide Kriegsparteien von enormer strategischer Bedeutung. Die Region verfügt über riesige Kohle- und Metallerzvorkommen sowie wertvolle Rohstoffe wie Lithium, Uran und Titan. Seit 2014 hat die Ukraine dort zudem einen Festungsgürtel aus den Städten Slowjansk, Kramatorsk, Druschkiwka und Kostjantyniwka aufgebaut.

Ein Verlust dieser Region würde die Ukraine laut Experten „in eine Position bringen, die deutlich weniger verteidigungsfähig ist als die derzeitige Linie“, erklärt das Institute for the Study of War. Dies würde potenziell den Weg zu wichtigen Knotenpunkten wie Dnipro und Charkiw öffnen.

Credits: APA

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