Trumps Zollkrieg: Reedereien sagen US-Fahrten ab

Trumps Zollkrieg: Reedereien sagen US-Fahrten ab

Die Weltwirtschaft bremst ab: Die Container-Schiffsdaten in Echtzeit sprechen eine deutliche Sprache – weder die Zahl der Transporte noch die Preise deuten aktuell auf eine starke Nachfrage hin. So liegt der maßgebliche Baltic Dry Index derzeit bei rund 1.340 Punkten, deutlich unter dem Durchschnittswert von 1.763, wie Bloomberg meldet. Donald Trumps Zollkrieg hat massive Folgen.

Die angespannte Lage bei den amerikanischen Lieferketten hat sich kurz vor dem Memorial-Day-Wochenende in den USA weiter verschärft. Grund dafür ist die jüngste Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, ab dem 1. Juni Strafzölle von 50 Prozent auf Waren aus der EU erheben zu wollen. Auch Smartphones, darunter iPhones und Geräte von Samsung, sollen mit einem zusätzlichen Zoll von 25 Prozent belegt werden – sofern sie nicht in den USA produziert wurden.

In einem Beitrag in den sozialen Medien erklärte Trump, die Gespräche mit der EU seien „ergebnislos“, daher müsse er nun handeln. Die Androhung massiver Zölle ließ die US-Aktienmärkte deutlich nachgeben: Der S&P 500, der Dow Jones und der Nasdaq Composite verzeichneten zum Wochenschluss teils kräftige Verluste. Auch die Aktien großer Tech-Unternehmen wie Apple (-3,02 %) und Samsung (-0,91 %) gerieten unter Druck.

Am Freitagnachmittag legte Trump nach und kündigte an, der 25-Prozent-Tarif für Smartphones könnte „Ende Juni“ kommen und werde alle Hersteller betreffen, die außerhalb der USA produzieren – nicht nur Apple. Diese Eskalation ist ein neuer Höhepunkt in Trumps wechselhafter Handelspolitik, die seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus wieder für zunehmende Unsicherheit sorgt.

Rückgang im Schiffsverkehr

Es zeigt sich aktuell bereits ein spürbarer Rückgang im Frachtverkehr zwischen China und den USA, berichtet das Wall Street Journal. Wie Torsten Slok, Chefökonom bei Apollo Global Management, gegenüber MarketWatch erklärte, ist bislang keine nennenswerte Erholung der Seefracht zu sehen, trotz einer kürzlich vereinbarten 90-tägigen Pause bei bestimmten US-Zöllen gegenüber China.

Die Container-Schiffsdaten in Echtzeit sprechen laut Slok eine deutliche Sprache: Weder die Zahl der Transporte noch die Preise deuten auf eine starke Nachfrage hin. So liegt der maßgebliche Baltic Dry Index derzeit bei rund 1.340 Punkten, deutlich unter dem Durchschnittswert von 1.763, wie Bloomberg meldet.

Ein möglicher Grund für die Zurückhaltung sei, dass viele US-Unternehmen im Vorfeld bereits große Mengen Waren importiert hätten – vor allem im ersten Quartal 2024. In den Geschäftsberichten war häufig vom sogenannten „Frontloading“ die Rede – dem Vorziehen von Bestellungen, um möglichen Zöllen zuvorzukommen. Gleichzeitig herrsche Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Handelspolitik, was neue Aufträge bremse.

Ein weiteres Anzeichen: Der Hafen von Los Angeles, einer der wichtigsten Umschlagplätze für Asienhandel, meldete zuletzt zwar stabile Zahlen, allerdings blieb die erwartete zweite Welle an Frachtschiffen aus dem asiatisch-pazifischen Raum bislang aus.

Politische Rhetorik belastet globale Handelsströme

Trumps jüngste Zoll-Drohungen gegenüber der EU und asiatischen Smartphone-Herstellern könnten den ohnehin angespannten Welthandel weiter destabilisieren. Während die EU-Kommission bislang auf Deeskalation setzt, wächst in den USA die Sorge, dass Protektionismus erneut zur wirtschaftlichen Bremse wird – mit Folgen für Märkte, Unternehmen und Verbraucher auf beiden Seiten des Atlantiks.

Credits: APA

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