Trumps Zollkrieg: Neue Drohungen gegen Kanada und Europa

Trumps Zollkrieg: Neue Drohungen gegen Kanada und Europa

US-Präsident Donald Trump setzt seine Zoll-Drohungen fort: In einem Interview mit NBC News und über seine Plattform Truth Social kündigte Trump an, pauschale Strafzölle gegen Kanada, die EU und weitere Handelspartner zu verhängen.

Besonders hart trifft es Kanada: Auf Importe aus dem nördlichen Nachbarland sollen ab dem 1. August 35 Prozent Zoll erhoben werden. In einem offenen Brief an den kanadischen Premierminister Mark Carney drohte Trump darüber hinaus mit weiteren Erhöhungen, falls Ottawa mit Gegenzöllen reagieren sollte. „Wenn Kanada sich wehrt, erhöhen wir die Zölle eben weiter“, so Trump in dem Schreiben. „Alle übrigen Länder werden künftig ebenfalls zahlen – ob 15 oder 20 Prozent, das entscheiden wir selbst.“

Auch die Europäische Union steht auf Trumps Liste: Noch heute, Freitag, könnte Brüssel ein offizielles Schreiben erhalten. Allerdings stellte Trump auch klar, dass nicht alle Handelspartner vorgewarnt werden müssten. „Wir setzen einfach unsere Zölle fest“, sagte er. Details zu betroffenen Produktgruppen nannte er nicht.

Ausweitung auf Asien und Rohstoffe

Trump beschränkt sich nicht auf Kanada und Europa. In den vergangenen Tagen hat er bereits Zölle gegen Japan und Südkorea verhängt. Zudem kündigte er eine 50-prozentige Abgabe auf Kupferimporte an – eine Maßnahme, die sich vor allem gegen Länder wie Chile und Peru richtet, aber auch Auswirkungen auf europäische Industrien haben dürfte.

Wiederbelebung des Handelskriegs

Mit dieser Eskalation signalisiert Trump eine Rückkehr zu jenem konfrontativen Wirtschaftskurs, den er bereits während seiner ersten Amtszeit verfolgte. Damals hatte er Strafzölle insbesondere gegen China durchgesetzt und Handelsabkommen wie NAFTA neu verhandelt.

Reaktionen aus Europa erwartet

Die EU-Kommission äußerte sich am Freitagmorgen zunächst nicht offiziell, doch aus diplomatischen Kreisen in Brüssel hieß es, man bereite sich auf eine „mögliche asymmetrische Eskalation“ vor. Ein EU-Diplomat sagte: „Wenn Trump tatsächlich pauschale Zölle erhebt, müssen wir reagieren – aber strategisch klug und einheitlich.“

Ein Wirtschaftskrieg mit Washington würde vor allem exportstarke Länder wie Deutschland, Frankreich und Italien treffen – und könnte die fragile Konjunktur in Europa belasten.

Credit: APA

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