Trumps Peking-Besuch: Handelsfrieden, Hormuz-Einigung — und Taiwan bleibt Zündstoff

Trumps Peking-Besuch: Handelsfrieden, Hormuz-Einigung — und Taiwan bleibt Zündstoff

Zwei Tage Peking, drei große Themen, ein Staatsbankett. Was Trump und Xi beim ersten US-Präsidenten-Besuch in China seit fast einem Jahrzehnt tatsächlich vereinbart haben — und was offen blieb.

Das Ergebnis: Mehr als erwartet — weniger als erhofft

Wie Euronews und CNBC unter Berufung auf das offizielle White-House-Readout berichten, einigten sich Trump und Xi auf eine Reihe konkreter Punkte. Beide Seiten bekräftigen, dass die Straße von Hormuz — zentraler Flaschenhals im Iran-Krieg — offen und mautfrei bleiben muss. Xi signalisierte zudem Interesse an zusätzlichen Käufen amerikanischer Energielieferungen, um Chinas Abhängigkeit von der Hormuz-Route zu reduzieren. Dazu kommen geplante Mehrlieferungen chinesischer Käufer bei US-Agrarprodukten und — das war Trumps erklärtes Ziel — Abkommen über den Kauf amerikanischer Flugzeuge. Begleitet wurde Trump von einer hochrangigen Wirtschaftsdelegation: Nvidia-Chef Jensen Huang, Apple-Chef Tim Cook und Tesla-Gründer Elon Musk.

Der Handelswaffenstillstand, den beide Seiten im Oktober 2025 am Rande eines Gipfels in Südkorea vereinbart hatten, bleibt in Kraft. Eine formelle Verlängerung oder Vertiefung wurde beim Peking-Besuch nicht bekannt gegeben.

Iran: China soll Teheran zur Einigung drängen

Wie Euronews berichtet, nutzten die USA den Besuch, um China zu ermutigen, seinen Einfluss auf den Iran geltend zu machen und Teheran zu einem Abkommen mit Washington zu bewegen. Trump betonte dabei laut Euronews öffentlich, er glaube nicht, dass die USA Chinas Hilfe beim Iran-Thema benötige — schickte die Botschaft aber trotzdem. China ist der mit Abstand größte Abnehmer iranischen Öls und verfügt damit über wirtschaftlichen Hebel auf Teheran, den die USA selbst nicht haben.

Die Peking-Erklärung, Hormuz müsse offen bleiben, ist in diesem Kontext mehr als eine technische Vereinbarung — es ist ein indirektes Signal an den Iran, dass China die Blockade nicht unbegrenzt toleriert.

Taiwan: Xis deutlichste Warnung des Gipfels

Die schärfste Aussage des zweitägigen Treffens lieferte Xi in der Taiwan-Frage. Wie CNBC unter Berufung auf das chinesische Staatsmedium Xinhua berichtet, warnte Xi Trump, bei einer Fehlentwicklung in der Taiwan-Frage drohe die gesamte bilaterale Beziehung „in große Gefahr“ zu geraten — es könnten „Konflikte und sogar Auseinandersetzungen“ entstehen. Konkreter Anlass: Die USA hatten im Dezember 2025 Waffenverkäufe an Taiwan im Wert von mehr als 10 Milliarden Dollar angekündigt — bisher aber noch nicht geliefert. Wie CNBC festhält, hatte Trump Taiwan und den Aktivisten Lai Ching-te vor dem Besuch ausdrücklich auf seine Agenda gesetzt — ein bewusstes Signal an Peking.

Ein Besuch mit Symbolkraft — und offenem Ausgang

Trumps Peking-Besuch vom 13. bis 15. Mai ist der erste eines amtierenden US-Präsidenten in China seit fast einem Jahrzehnt. Laut CNBC war das Land beim Trump-Besuch 2017 noch nervös wegen der Zölle — heute tritt Xi deutlich selbstbewusster auf. China hat auf Trumps „Liberation Day“-Zölle von April 2025 als erstes Land zurückgeschlagen und den Handelskrieg ausgehalten.

Wie Analyst Scott Kennedy vom Center for Strategic and International Studies laut CNBC einordnet: „China kommt in dieses Treffen deutlich selbstsicherer als 2017.“ Der Gipfel hat die Beziehung stabilisiert. Gelöst hat er nichts.

Credits: APA

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