US-Präsident Donald Trump hat am Mittwochabend überraschend seine Drohung von Strafzöllen gegen europäische Länder zurückgenommen. Zur Begründung verwies er auf ein „produktives Treffen“ mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte in Davos, wie oe24.at berichtet. Es sei ein „Rahmen für ein künftiges Abkommen in Bezug auf Grönland und tatsächlich die gesamte Arktisregion“ entstanden.
Keine Zölle ab 1. Februar
„Auf Basis dieses Verständnisses werde ich die Zölle, die am 1. Februar in Kraft treten sollten, nicht verhängen“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social, wie Euronews berichtet. Die angekündigten Strafzölle hätten acht europäische NATO-Staaten betroffen – darunter Deutschland, Frankreich und die Niederlande. Trump hatte die Länder damit unter Druck setzen wollen, seinen Grönland-Plänen zuzustimmen.
„Golden Dome“ im Fokus
Zusätzlich würden Gespräche über das Raketenabwehrsystem „Golden Dome“ in Bezug auf Grönland geführt, erklärte Trump. Das mehrschichtige Abwehrsystem soll die USA vor Raketen schützen und kostet nach Schätzungen zwischen 175 Milliarden und über 800 Milliarden Dollar, berichtet t-online.de. Trump hatte zuvor betont, Grönland sei für dieses System „von entscheidender Bedeutung“. Die Verhandlungen sollen nun Vizepräsident JD Vance, Außenminister Marco Rubio und Sondergesandter Steve Witkoff führen.
Dänemarks vorsichtige Reaktion
Dänemarks Außenminister Lars Løkke Rasmussen zeigte sich erleichtert. „Der Tag endet besser, als er begonnen hat“, sagte er laut ORF.at. Positiv sei, dass Trump erklärt habe, keine Gewalt anwenden zu wollen. Wichtig sei aber, dass eine Lösung die Menschen in Grönland respektiere. Dänemark wolle auf die Sicherheitsbedenken der USA eingehen – Verhandlungen über einen Verkauf Grönlands kämen aber nicht infrage.
NATO bestätigt „produktives Treffen“
Die NATO bestätigte das Treffen zwischen Trump und Rutte. Die Verhandlungen zwischen Dänemark, Grönland und den USA würden fortgesetzt, „um sicherzustellen, dass Russland und China niemals – weder wirtschaftlich noch militärisch – in Grönland Fuß fassen können“, erklärte eine NATO-Sprecherin laut ZDF. Details zum vereinbarten „Rahmen“ blieben zunächst unklar. Die New York Times berichtete unter Berufung auf Regierungsquellen, die USA könnten Souveränität über kleine Landabschnitte für weitere Militärbasen erhalten – ähnlich wie britische Stützpunkte auf Zypern.
EU-Sondergipfel findet statt
Der für Donnerstag geplante EU-Sondergipfel in Brüssel zum Umgang mit Trumps Zolldrohung soll trotz der Kehrtwende stattfinden, wie eine Sprecherin von Ratspräsident António Costa bestätigte. Bundeskanzler Christian Stocker ist ebenfalls in Davos und führt wirtschaftspolitische Gespräche zur österreichischen Industriestrategie.
Credits: APA
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