Auf Ostersonntag folgt ein weiteres Iran-Ultimatum von Donald Trump – mit verfrühter Verschiebung und einer Drohkulisse, die es in sich hat. Gleichzeitig laufen Verhandlungen auf Hochtouren.
Was Trump am Sonntag tat
US-Präsident Donald Trump hat sein Ultimatum an den Iran zur Öffnung der Straße von Hormuz erneut verlängert. Wie oe24 und t-online berichten, postete Trump am Ostersonntag schlicht „Dienstag, 20.00 Uhr“ auf seinem Onlinedienst Truth Social – damit verlängerte er die bis Montag geltende Frist um 24 Stunden. Auf Mitteleuropäischer Sommerzeit entspricht das Mittwoch, 2.00 Uhr MESZ.
Zuvor hatte Trump denselben Tag bereits mit drastischen Worten angekündigt: „Dienstag wird der Tag der Kraftwerke und der Tag der Brücken sein, alles in einem“, schrieb er auf Truth Social. Der Iran solle die Meerenge öffnen – „oder ihr werdet in der Hölle leben.“ Wie al-jazeera.com berichtet, forderte Teherans UN-Vertretung in Genf, dass die angedrohte Zerstörung ziviler Infrastruktur einem Verstoß gegen Völkerrecht gleichkomme.
Verhandlungen – aber kein Durchbruch
Trotz der Drohsprache zeigte sich Trump in parallel geführten Medieninterviews auffallend optimistisch. Gegenüber dem US-Portal Axios erklärte er, sein Team führe „tiefe Verhandlungen“ mit Teheran. Bei Fox News sagte er: „Ich glaube, es gibt für morgen gute Chancen. Sie verhandeln gerade.“ Den iranischen Unterhändlern sei eine eingeschränkte Amnestie gewährt worden.
Wie Axios berichtet, vermitteln die Außenminister Pakistans, Ägyptens und der Türkei zwischen Washington und Teheran – per Telefonkontakt sowohl mit Trump-Berater Witkoff als auch mit dem iranischen Außenminister Araghchi. Einen Durchbruch habe es bislang aber nicht gegeben. Die Unterhändler seien, so Axios, weniger zuversichtlich als Trump selbst.
Drittes Ultimatum in Folge
Es ist nicht das erste Mal, dass Trump eine Frist verlängert. Wie zdfheute.de dokumentiert, hatte Trump bereits am 26. März ein ursprüngliches Ultimatum nach einem Hinweis auf „sehr gute Gespräche“ um zehn Tage ausgesetzt – bis 6. April. Nun folgte die nächste Verschiebung. Trotz der laufenden Verhandlungen hielten USA und Iran in den vergangenen Tagen heftige gegenseitige Angriffe aufrecht. Die USA und Israel hatten den Krieg am 28. Februar mit Luftangriffen auf den Iran begonnen.
Teheran und Moskau reagieren
Der einflussreiche iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf antwortete auf die Drohungen auf X: Die „rücksichtslosen Schritte“ Trumps würden die USA selbst in eine „Hölle für jede einzelne Familie“ stürzen, und die gesamte Region werde brennen, wie oe24 berichtet. Bloomberg meldete zudem, Iran habe Trumps Ultimatum formell abgelehnt: Teheran werde die Meerenge erst dann vollständig öffnen, wenn Kriegsschäden kompensiert seien.
Russland schaltete sich ebenfalls ein: Außenminister Sergej Lawrow forderte laut oe24 in einem Telefonat mit seinem iranischen Amtskollegen Araghchi, Washington solle „die Sprache der Ultimaten“ aufgeben und an den Verhandlungstisch zurückkehren.
Credits: APA
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