Wien – Ein geheimes US-Strategiepapier, das die Abspaltung Österreichs von der EU zum Ziel hat, sorgt für einen handfesten Polit-Krach. Im Zentrum des Bebens: Ein heftiger Schlagabtausch zwischen den Neos und der FPÖ, bei dem die Fetzen nur so flogen. Die Vorwürfe wiegen schwer: Von „Putins Handlangern“ ist die Rede, von Verrat an Europa und einem gezielten Angriff auf die Einheit des Kontinents.
Brisantes Papier: Will Trump Österreich aus der EU lösen?
Den Zündstoff für die Eskalation lieferte ein Bericht der US-Plattform „Defense One“. Demnach kursiert in Washington eine bisher unveröffentlichte, längere Fassung der neuen US-Sicherheitsstrategie. Wie auch „Der Standard“ und „Die Presse“ berichten, wird darin ein radikaler Kurswechsel vorgeschlagen. Unter dem Motto „Make Europe Great Again“ sollen die USA gezielt Länder wie Österreich, Ungarn, Italien und Polen unterstützen, um sie „von der Europäischen Union wegzuziehen“. Washington wolle, so das Dokument, „patriotische Parteien“ und Bewegungen fördern, die für Souveränität und traditionelle Lebensweisen eintreten. Ein Plan, der die Grundfesten der europäischen Zusammenarbeit erschüttert und in Wien für helle Aufregung sorgt.
Neos-Angriff: „Putins Handlanger sitzen im Nationalrat“
Die Neos nutzten die Aktuelle Europa-Stunde am Mittwoch für eine Generalabrechnung mit der FPÖ. Außenministerin Beate Meinl-Reisinger warnte eindringlich: „Wir befinden uns an einem Wendepunkt der Geschichte.“ Europa dürfe kein Spielball globaler Mächte werden. Besonders scharf formulierte es Neos-Klubobmann Yannick Shetty. Er holte zum direkten Angriff auf die Freiheitlichen aus: „Putins Handlanger sitzen nicht mehr nur in Moskau, sondern in vielen europäischen Parlamenten, darunter auch im Nationalrat“, donnerte er in Richtung der blauen Abgeordneten. Die US-Strategie sei ein „Geschenk an Putin“, das von den Rechtspopulisten bejubelt werde, um Europa von innen zu zerstören.
FPÖ kontert: Kickl weist Vorwürfe empört zurück
Die FPÖ ließ diese Anschuldigungen nicht auf sich sitzen. Die außenpolitische Sprecherin Susanne Fürst warf den Neos im Gegenzug „Arroganz und Überheblichkeit“ vor. Wie der „Kurier“ berichtet, verteidigte FPÖ-Chef Herbert Kickl vehement den Kurs seiner Partei. Wer für Neutralität eintrete, sei kein Handlanger Putins, sondern vertrete die Mehrheit der Österreicher. Kickl drehte den Spieß sogar um: Wenn jemand die Interessen Russlands befördert habe, dann seien es die „europäischen Kriegstreiber“ gewesen, die die Ukraine für ihre Träume instrumentalisiert hätten.
Credits: APA
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