Trump löscht umstrittenes Jesus-Bild – Papst-Kritik bleibt bestehen

Trump löscht umstrittenes Jesus-Bild – Papst-Kritik bleibt bestehen

US-Präsident Donald Trump hat erneut für Aufsehen gesorgt: Ein von ihm auf Truth Social veröffentlichtes KI-generiertes Bild, das ihn in einer Jesus-ähnlichen Pose zeigt, wurde nach massiver Kritik gelöscht. Doch die Kontroverse um seine Angriffe auf Papst Leo XIV. hält an.

Ein Bild, das selbst Anhänger verstörte

Am Sonntag postete Trump ein Bild, das ihn in einem weißen Gewand mit rotem Umhang zeigt. Mit leuchtenden Händen legt er einem Kranken die Hand auf, während im Hintergrund patriotische Symbole wie die Freiheitsstatue und die US-Flagge zu sehen sind. Trump erklärte später, das Bild solle ihn als „Arzt darstellen, der Menschen gesund macht“. Doch viele, auch aus seinem eigenen Lager, empfanden die Darstellung als blasphemisch. Die Trump-nahe Kommentatorin Megan Basham schrieb auf X: „Ich weiß nicht, ob der Präsident dachte, er sei witzig, oder ob er unter Einfluss stand.“

Papst Leo XIV. im Visier

Das Bild folgte auf eine Tirade Trumps gegen Papst Leo XIV., der den Iran-Krieg und Trumps „Allmachtswahn“ scharf kritisiert hatte. Der Papst appellierte in einer Predigt: „Genug vom Krieg! Es ist Zeit für Frieden!“ Trump hingegen warf ihm vor, sich „der radikalen Linken anzubiedern“ und forderte ihn auf, sich auf „moralische Fragen“ zu konzentrieren. Eine Entschuldigung lehnte Trump ab und bezeichnete den Papst als „schwach“.

Reaktionen aus der Kirche

Katholische Bischöfe und Laienführer verurteilten Trumps Verhalten. Erzbischof Paul S. Coakley erklärte, der Papst sei kein Politiker, sondern „der Vikar Christi, der aus der Wahrheit des Evangeliums spricht“. Auch Kardinal Joseph Tobin betonte, dass der Papst für Frieden und Dialog eintrete, während Trump „eine gefährliche Missachtung“ zeige.

Ein Scherz, der nach hinten losging?

Vizepräsident JD Vance verteidigte Trump und bezeichnete das Bild als „Scherz“, der missverstanden wurde. Doch die Kritik ebbt nicht ab. Der Theologe Jim Wallis nannte das Bild „stark häretisch“ und ein Beispiel für „gefährlichen christlichen Nationalismus“.

Quellen: oe24.at, Die Presse, Morgenpost, Stuttgarter Zeitung, OSV News
Credits: APA

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