US-Präsident Donald Trump verschärft den Ton im Kampf gegen mutmaßliche Drogenhändler aus Venezuela. Bisher konzentrierten sich die Operationen auf das Meer, doch nun sollen die Einsätze auf das Festland ausgeweitet werden. Die Ankündigung sorgt international für Aufsehen und heizt die Spannungen in der ohnehin schon brisanten Region weiter an.
„Wir werden sie auch an Land stoppen“
In einer virtuellen Schalte mit US-Soldaten zu Thanksgiving ließ Trump die Katze aus dem Sack. „Ihnen ist wahrscheinlich aufgefallen, dass man nicht mehr auf dem Seeweg liefern will, und wir werden sehr bald damit beginnen, sie auch an Land zu stoppen“, erklärte der Präsident. Der Einsatz an Land sei sogar einfacher. Die Ansage ist eine klare Drohung in Richtung Caracas. Die Regierung von Präsident Nicolás Maduro steht seit Langem im Visier Washingtons. Trump wirft ihr vor, in illegalen Drogenhandel verwickelt zu sein, der für den Tod von US-Bürgern verantwortlich sei. Maduro bestreitet diese Vorwürfe und wirft den USA seinerseits vor, den Anti-Drogen-Kampf nur als Vorwand für einen Regimewechsel zu nutzen.
Massive Militärpräsenz in der Karibik
Die Ankündigung kommt nicht überraschend. In den vergangenen Wochen haben die USA ihre Militärpräsenz in der Karibik massiv verstärkt. Unter dem Namen „Operation Southern Spear“ wurden, wie die Berliner Zeitung berichtet, mehr als ein Dutzend Kriegsschiffe und rund 15.000 Soldaten in die Region verlegt. Seit September haben US-Streitkräfte laut Berichten der Welt und des Tagesspiegels mindestens 21 Angriffe auf mutmaßliche Drogenboote in der Karibik und im Pazifik durchgeführt. Dabei sollen mindestens 83 Menschen getötet worden sein. Die Regierung in Venezuela hatte auf die Verlegung der Truppen reagiert und sich auf einen möglichen Angriff vorbereitet, wie Die Presse meldete.
Kritiker zweifeln an Trumps Begründung
Trump rechtfertigt das harte Vorgehen mit dem Kampf gegen die Droge Fentanyl. Experten sehen das jedoch skeptisch. Wie NBC News berichtet, zielen die US-Angriffe vor allem auf den Kokainhandel, der für den europäischen Markt bestimmt ist. Fentanyl gelange hingegen hauptsächlich über den Landweg aus Mexiko in die USA. Juristen erklärten gegenüber CNN, dass die bisherige rechtliche Grundlage der Seeeinsätze keine Angriffe auf venezolanischem Territorium erlaube. Trumps jüngste Einstufung von Maduros Regierung als „ausländische Terrororganisation“ könnte jedoch den Weg für weitere, schärfere Maßnahmen ebnen. Ob es sich dabei um einen Bluff oder eine ernste Kriegsdrohung handelt, werden die nächsten Wochen zeigen.
Quellen: oe24.at, welt.de, berliner-zeitung.de, tagesspiegel.de, diepresse.com, CNN, NBC News, Reuters, AFP, APA, dpa
Credits: APA
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