Trump: „Krieg mit dem Iran endet unmittelbar nach den Wahlen“

Trump: „Krieg mit dem Iran endet unmittelbar nach den Wahlen“

US-Präsident Donald Trump hat ein überraschend konkretes Zeitfenster für das Ende des seit rund sieben Monaten andauernden Kriegs mit dem Iran genannt: unmittelbar nach den amerikanischen Zwischenwahlen im November. Im Weißen Haus selbst wird die Lage inzwischen deutlich vorsichtiger eingeschätzt.

Ein Datum, eine Wette

Auf dem Rollfeld vor dem Abflug zum ersten republikanischen Midterms-Parteitag in Dallas äußerte sich Trump gegenüber Journalisten zuversichtlich zum Kriegsende. Wie Reuters berichtet, sagte er wörtlich: „I think war is going to end immediately after the election because they can’t hold out any longer“ – die iranische Führung versuche demnach, mit ihrem Widerstand die Wahl am 3. November zu beeinflussen, werde dem amerikanischen Druck aber nicht mehr lange standhalten können. Nach dem Kriegsende, so Trump weiter, würden auch die zuletzt kräftig gestiegenen Ölpreise wieder sinken. Eine Verhandlungslösung schloss er zwar nicht grundsätzlich aus, bezeichnete sie aber als nicht bevorzugte Option: „Yes, a negotiation could possibly happen, but it’s not something we’re looking at.“

Ein Krieg, der bereits seit März tobt

Der Konflikt, den Trump nun bald beendet sehen will, begann im März 2026 mit gemeinsamen Angriffen der USA und Israels auf iranische Raketen- und Militäranlagen sowie das iranische Atomprogramm. Nach ursprünglichen Planungen sollte die Operation binnen eines Monats abgeschlossen sein, erreicht mittlerweile aber ihren siebten Monat ohne absehbares Ende. Zuletzt eskalierte die Lage am Golf nach einer ruhigeren Phase erneut deutlich: Bei der laut „Blick“ größten Angriffswelle seit Kriegsbeginn wurden zehn Schiffe attackiert, der Ölpreis der Sorte Brent kletterte erstmals seit Juli wieder über die Marke von 100 Dollar pro Barrel.

Warnung aus dem eigenen Beraterstab

Trumps öffentlicher Optimismus deckt sich dabei nicht mit den internen Einschätzungen seiner engsten Berater. Wie das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf US-Beamte berichtet, sollen Vizepräsident J.D. Vance, Außenminister Marco Rubio und weitere Berater den Präsidenten in nichtöffentlichen Gesprächen im Oval Office bereits gewarnt haben, dass der Krieg deutlich länger dauern könnte als angenommen – möglicherweise sogar über das Ende von Trumps Amtszeit im Jahr 2029 hinaus. Der „Blick“ ordnet das historisch ein und erinnert an Vietnam, Afghanistan und den Irak als Beispiele dafür, wie aus vermeintlich rasch gewinnbaren Kriegen langwierige Konflikte wurden. Zusätzlicher innenpolitischer Druck entsteht laut Reuters dadurch, dass Trumps Zustimmungswerte zuletzt auf einen Rekordtiefstand gefallen sind – Wähler zeigen sich zunehmend frustriert über den andauernden Krieg und die gleichzeitig steigenden Lebenshaltungskosten.

Auch bei Putin sieht Trump Bewegung

Neben dem Iran-Konflikt äußerte sich Trump auch zum Ukraine-Krieg zuversichtlich. Er habe ein „großartiges“ Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin geführt und glaube, dass dieser den Krieg durch ein Abkommen beenden wolle. Sollte auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj an einer Einigung interessiert sein, wäre das aus Trumps Sicht „sehr schön“ – das eigentliche Hindernis sei jedoch, dass sich die beiden Männer gegenseitig hassten. Das Telefonat mit Putin fand statt, nachdem US-Unterhändler zuvor sowohl aus Moskau als auch aus Kiew zurückgekehrt waren.

Notrutsche löst sich vor Abflug aus

Der Abflug zum Parteitag selbst verlief nicht ganz reibungslos: Auf dem Stützpunkt Joint Base Andrews bei Washington löste Armeepersonal offenbar versehentlich die Notrutsche der von Katar geschenkten Air Force One aus, wodurch sich Trumps Abflug verzögerte. Die von Katar bereitgestellte Boeing 747 steht ohnehin bereits seit Wochen in der Kritik: Laut einem Bericht der „New York Times“ hatte der Personenschutz des Präsidenten Sicherheitsbedenken angemeldet, da die Maschine ursprünglich nicht mit denselben Sicherheitssystemen ausgestattet war wie die bisherige Präsidentenflotte. Ende Juli wurde sie deshalb entsprechend umgerüstet.

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