Scharfe Drohungen gegen den Iran von Donald Trump: Auf seiner Plattform Truth Social forderte der US-Präsident in der Nacht auf heute die „bedingungslose Kapitulation“ des Irans und deutete an, die USA könnten sich militärisch an Israels Angriffen auf iranisches Territorium beteiligen.
„Wir wissen genau, wo sich Khamenei befindet – wir werden ihn zumindest vorerst nicht töten“, schrieb Trump in Bezug auf Irans Obersten Führer Ajatollah Ali Khamenei. Weiter erklärte er: „Wir kontrollieren jetzt vollständig den Luftraum über dem Iran“ – eine Behauptung, die eine militärische Zusammenarbeit mit Israel suggeriert, auch wenn bislang keine US-Kampfflugzeuge über dem Iran bestätigt wurden.
Eskalation nach gescheiterten Verhandlungen
Nach einem Treffen mit seinem nationalen Sicherheitsteam im Weißen Haus teilten Regierungsbeamte mit, dass ein Angriff zwar diskutiert wurde, aber noch keine Entscheidung getroffen sei. Dennoch signalisiert Trumps jüngste Rhetorik eine drastische Kursänderung: Während er seit seiner Rückkehr ins Amt im Januar betont hatte, einen diplomatischen Weg zur Begrenzung des iranischen Atomprogramms zu suchen, scheint er diesen nun zunehmend aufzugeben.
Laut Vertrauten des Präsidenten hat Trump in den letzten Tagen die Hoffnung auf ein Abkommen mit Teheran aufgegeben, berichtet aktuell das Wall Street Journal. Seit Beginn der israelischen Luftangriffe am Freitag steht der US-Präsident fest an der Seite von Premierminister Benjamin Netanjahu, der auf eine Zerstörung iranischer Atomanlagen drängt.
Die israelischen Angriffe auf iranische Ziele dauern an. Menschenrechtsgruppen berichten von mehr als 450 Toten. Auch der Iran setzt seine Raketen- und Drohnenangriffe auf Israel fort. Infolge dieser Angriffe sind dort bislang mindestens 24 Menschen getötet worden.
Trump lässt offen, ob die Drohkulisse ausreicht, um Teheran zu einem vollständigen Stopp der Urananreicherung zu bewegen – ein zentraler Punkt seiner Forderungen. Der Iran habe laut Trump Interesse an neuen Gesprächen signalisiert. Doch einen Waffenstillstand lehnt er ab: „Ich will ein echtes Ende der iranischen Atomambitionen“, sagte er nach dem G7-Gipfel.
Militärische Optionen
Vizepräsident JD Vance schrieb am Dienstag auf Social Media, Trump „könnte gezwungen sein, Maßnahmen zu ergreifen, um Irans Urananreicherung zu beenden.“ Die USA verfügen über sogenannte Bunker Buster-Bomben, darunter das 13 Tonnen schwere „Massive Ordnance Penetrator“, das speziell für tief verbunkerte Ziele wie die iranische Anreicherungsanlage Fordow unter einem Berg konzipiert wurde.
Das Pentagon verlegte in den vergangenen Tagen zahlreiche Tankflugzeuge nach Europa, unter anderem nach Morón (Spanien) und Ramstein (Deutschland). Auch weitere Kampfflugzeuge sollen folgen. Europa gilt als logistisch günstiger Ausgangspunkt, da US-Stützpunkte am Golf in Katar und Bahrain in Reichweite iranischer Raketen liegen – und die arabischen Partner der USA möglicherweise nicht in einen US-Schlag verwickelt werden wollen.
Risiko eines Flächenbrands
Ein Angriff auf Fordow könnte eine massive iranische Gegenreaktion auslösen – gegen US-Truppen, regionale Verbündete und die Seeroute durch die Straße von Hormus, durch die täglich rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels fließen. Iranische Vergeltung könnte auch in Form von Seeminen erfolgen, warnen Experten.
„Ein Angriff auf den Iran war technisch immer möglich – die eigentliche Herausforderung sind die Konsequenzen“, sagte General a. D. Frank McKenzie, früherer Kommandeur des US-Zentralkommandos. Trump könne die Androhung eines Angriffs auch als diplomatische Verhandlungsmasse nutzen, erklärt Daniel Shapiro, Ex-Berater im US-Verteidigungsministerium: „Er könnte damit bedeutende Zugeständnisse erzwingen.“ Doch Shapiro räumt auch ein: Ein Drohszenario allein werde Teheran wohl kaum zu einer „bedingungslosen Kapitulation“ bewegen.

Credits: APA
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