US-Präsident Donald Trump sorgt mit neuen Aussagen zum Ukraine-Krieg für Diskussionen. Er hält Kremlchef Wladimir Putin für verhandlungsbereiter als den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Gleichzeitig gibt es Streit über eine von Trump angekündigte Waffenruhe für Energieanlagen.
Trump sieht Selenskyj unter Zugzwang
US-Präsident Donald Trump hat am Montag, dem 12. Oktober, seine Einschätzung zu den Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine bekräftigt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu sagte er vor Journalisten beim Verlassen des Weißen Hauses, er glaube, dass Putin stärker an einer Vereinbarung interessiert sei als Selenskyj.
„Ich glaube tatsächlich, dass Putin mehr als Selenskyj einen Deal machen will“, erklärte Trump.
Beide Präsidenten müssten endlich zusammenkommen und den Krieg beenden, forderte der US-Präsident. Zugleich räumte er ein, dass zwar beide Seiten eine Einigung wollten, bisher aber keinen Weg dorthin gefunden hätten.
Streit um angekündigte Energie-Waffenruhe
Hintergrund der Aussagen ist eine umstrittene Ankündigung Trumps vom Sonntag. Der US-Präsident hatte erklärt, Russland und die Ukraine hätten sich auf einen sofortigen Stopp gegenseitiger Angriffe auf Energieanlagen verständigt.
Doch ob tatsächlich eine verbindliche Vereinbarung zustande gekommen ist, bleibt unklar.
Selenskyj erklärte am Montag beim Warschauer Sicherheitsforum, die Ukraine habe erst durch Trumps öffentliche Ankündigung von der angeblichen Einigung erfahren. Kurz darauf habe Russland erneut ukrainische Energieanlagen angegriffen, darunter ein Kraftwerk in Charkiw.
Das Büro des ukrainischen Präsidenten veröffentlichte Selenskyjs Rede im Wortlaut. Darin betonte er, sein Land sei bereit, eine Energie-Waffenruhe einzuhalten, sofern Russland dies ebenfalls tue.
Selenskyj fordert konkrete Schritte aus Washington
Der ukrainische Präsident verlangt nun, dass Washington seinen Einfluss auf Moskau geltend macht.
„Wir warten darauf, welche konkreten Schritte die Amerikaner bereit sind zu unternehmen“, sagte Selenskyj laut der offiziellen Mitteilung seines Präsidialamtes.
Auf die Frage nach möglichen russischen Verstößen reagierte Trump zurückhaltend. Nach Angaben von Anadolu verwies er auf Verstöße beider Seiten und hielt an seiner Darstellung fest, dass eine Einigung erzielt worden sei.
Eine unabhängig bestätigte, von beiden Kriegsparteien akzeptierte Waffenruhe lag zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht vor.
Auch Trumps Diesel-Deal sorgt für Kritik
Zusätzliche Spannungen verursacht eine Vereinbarung zwischen Washington und Moskau über russische Diesellieferungen.
Wie die Nachrichtenagentur Associated Press berichtet, hatte Trump nach Gesprächen mit Putin den Import russischen Diesels angekündigt. Die Entscheidung löste Kritik in der Ukraine, bei europäischen Verbündeten und im US-Kongress aus. Kritiker warnen, dass zusätzliche Energieeinnahmen Russland bei der Finanzierung seines Krieges helfen könnten.
Damit wächst der politische Druck auf Selenskyj. Ob Trumps Kurs tatsächlich Bewegung in die Friedensverhandlungen bringt, ist offen. Entscheidend bleibt, ob Russland und die Ukraine einer überprüfbaren Waffenruhe zustimmen und konkrete Schritte zu ihrer Umsetzung setzen.
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