Trump deutet Atomschlag an, Iran ist zerrissen: Der Deal wackelt

Trump deutet Atomschlag an, Iran ist zerrissen: Der Deal wackelt

Trumps 80. Geburtstag, ein Beirut-Angriff und interne iranische Kämpfe — der Iran-Deal, der gestern noch sicher schien, steht heute auf der Kippe.

Trumps nukleare Andeutung

Auf Truth Social zeigte sich US-Präsident Donald Trump am Samstag noch optimistisch: „Das Abkommen soll morgen unterzeichnet werden“, schrieb er laut Kronen Zeitung. Gleichzeitig ergänzte er: „Falls nicht, haben wir die ultimative Alternative, die hoffentlich nie wieder zum Einsatz kommen wird.“

Was er damit meinte, ließ Trump offen. Für Nahost-Experte Sina Toossi war der Satz dennoch eindeutig: „Die ‚ultimative Alternative‘ klingt sehr nach einer nuklearen Drohung. Es ist nicht das erste Mal, dass Trump darauf anspielt“, schrieb er laut Kronen Zeitung auf X. Es ist eine Formulierung, die diplomatisch alarmierend ist — und auf der anderen Seite des Verhandlungstisches nicht ohne Wirkung bleiben dürfte.

MOU-Details: Was der Entwurf enthält

Laut einem ranghohen iranischen Beamten, der Reuters gegenüber sprach, deckt der finale Entwurf des Memorandum of Understanding folgende Punkte ab: Iran öffnet die Straße von Hormuz sofort für alle Handelsschiffe, die USA heben ihre Seeblockade iranischer Häfen auf. Washington verpflichtet sich, bis zu einem finalen Deal keine neuen Sanktionen zu verhängen, und gewährt Iran vorübergehende Ölsanktionserleichterungen. In den 60 Tagen nach der Unterzeichnung sollen dann die Details eines finalen Abkommens verhandelt werden — darunter Irans Atomprogramm.

Revolutionsgarden blockieren

Während Trumps Unterhändler auf Unterschrift drängen, bremst im Iran die mächtigste Militärorganisation des Landes. Die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) kritisierten laut CNN Trumps „ungewöhnliches Beharren“ auf einem Deal noch am Sonntag — also an seinem 80. Geburtstag. Sie vermuten laut Kronen Zeitung, dass Trump den Abschluss als „persönliches Werbeevent“ nutzen wolle.

Die iranischen Verhandler hätten klar erklärt, das Memorandum sei noch nicht fertig, so die IRGC in einem Telegram-Beitrag. Zeitgleich demonstrierten laut Kronen Zeitung Dutzende regimetreue Iraner gegen ein Friedensabkommen — Frauen in schwarzen Umhängen riefen laut der iranischen Staatsagentur Fars „Tod dem ehrlosem Araqchi“.

Beirut-Angriff bedroht den Deal

Den kritischsten Faktor lieferte heute Israel. Am Sonntagvormittag griff die israelische Luftwaffe laut Times of Israel erneut die südlichen Vororte von Beirut an — als Reaktion auf drei Hisbollah-Drohnen, die in israelischem Territorium einschlugen. Laut RFERL hatten hochrangige iranische Vertreter stets betont: Ein Deal mit den USA muss eine Waffenruhe in Lebanon einschließen. Ohne das kein Abkommen.

Pakistan, Vermittler der Gespräche, blieb trotzdem zuversichtlich. „Wir sind einem Friedensabkommen näher als je zuvor“, schrieb Premierminister Shehbaz Sharif laut Kronen Zeitung auf X.

EINORDNUNG
Der heutige Tag ist emblematisch für diesen Konflikt. Ein Präsident, der mit einer nuklearen Andeutung Druck macht. Eine Terrororganisation, die lieber schießt als verhandelt. Eine Revolutionsgarde, die den eigenen Außenminister öffentlich angreift. Und ein israelischer Premier, der jeden Deal durch weitere Angriffe zu torpedieren scheint. Pakistan allein hält den Faden — ob das reicht, wird sich in den nächsten Stunden zeigen.

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