Trotz antisemitischer Sager: JJ bekommt von Ludwig hohe Auszeichnung

Trotz antisemitischer Sager: JJ bekommt von Ludwig hohe Auszeichnung

Diese Verleihung des berühmten Goldenen Rathausmanns kommt wirklich überraschend: Nachdem der österreichische Song-Contest-Gewinner JJ alias Johannes Pietsch nach seinen antisemitischen Äußerungen von der Bildfläche verschwand, wurde der Sänger nun von Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) geehrt.

„Es ist mir eine große Freud, Johannes Pietsch alias JJ heute den Goldenen Rathausmann überreicht zu haben. Mit seiner großartigen Stimme hat er beim Song Contest nicht nur gewonnen – er hat ein Millionenpublikum berührt und Wien auf der Weltbühne großartig vertreten“, lässt Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) auf den Social-Media-Plattformen mit einem Foto verbreiten, das den SPÖ-Chef und den Sänger ganz eng zeigen.

Diese Ehrung überrascht dann doch viele Österreicher – in einem Interview mit der spanischen Tageszeitung El Pais meinte JJ wörtlich: „Es ist sehr enttäuschend, dass Israel noch am Wettbewerb teilnimmt.“ Und der ESC-Sieger sagte dann auch noch: „Ich würde mir wünschen, dass der Eurovision Song Contest nächstes Jahr in Wien stattfindet. Ohne Israel. Aber der Ball liegt nun bei der EBU. Wir Künstler können uns nur dazu äußern.“ Die Europäische Rundfunkunion (EBU/European Broadcasting Union) ist der Zusammenschluss von Rundfunkanstalten aus dutzenden europäischen Ländern, die den ESC seit 1956 veranstaltet.

Der Song-Contest-Winner aus Österreich ist also offensichtlich antisemitisch beeinflusst und will israelische Künstler-Kollegen nicht mehr bei einem Gesangswettbewerb dabei haben. Zur Erinnerung: Der letzte Österreicher, der jüdischen Künstlern ein Auftrittsverbot erteilt hat, nahm sich 1945 das Leben.

Kultusgemeinde kritisierte den Song-Contest-Gewinner

Der Protest gegen diese Statements des Sängers war gewaltig. So mahnte auch Oskar Deutsch, der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, mit einem klaren Statement auf X : „JJ rief nach dem ESC auf, Liebe zu verbreiten. Jetzt reiht er sich aber in den Chor der Israel-Hasser ein, macht israelische Opfer zu Aggressoren und spaltet. Das ist enttäuschend, aber vor allem gefährlich. JJ wurde über Nacht zum Star und trägt damit eine große Verantwortung.“

Auch diese klare Kritik war dem Wiener Bürgermeister offenbar egal – Michael Ludwig (SPÖ) ehrte den offensichtlich von antisemitischen Gedanken beeinflussten Sänger mit dem Goldenen Rathausmann.

Übrigens: Auch Ari Rath (geboren 1925in Wien, gestorben 2017), ein bekannter israelischer Publizist, Friedensaktivist und Ex-Chefredakteur der Jerusalem Post, hat – so wie einige Dutzend andere Preisträger auch – den Goldenen Rathausmann erhalten.

Was würde er jetzt dazu sagen?

Sie feierten JJ, noch bevor dessen antisemitischen Aussagen bekannt wurden – Andreas Babler und Christian Stocker.

Credits: APA

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest

2 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
2
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x