Trendwende in der Asylstatistik? Zahl der Anträge auf Rekordtief

Trendwende in der Asylstatistik? Zahl der Anträge auf Rekordtief

Österreich verzeichnet den stärksten Rückgang bei Asylanträgen seit Jahren. Besonders auffällig ist die Entwicklung bei syrischen Staatsangehörigen – viele sollen laut Medienberichten freiwillig in ihre Heimat zurückkehren.

36 Prozent weniger Asylanträge

Wie das Innenministerium in seiner Jahresstatistik 2025 bekannt gab, wurden insgesamt 16.284 Asylanträge gestellt. Das entspricht einem Rückgang von 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr, als noch 25.360 Anträge registriert wurden. Letztmals niedriger lag die Zahl 2020 mit 14.775 Anträgen.

Bemerkenswert: Nur 42 Prozent der eingereichten Anträge waren originär – das heißt, sie stammten von Personen, die neu nach Österreich gekommen sind. Der Rest entfiel auf Folgeanträge von Menschen, die bereits im Land lebten.

Afghanen vor Syrern – dramatischer Wandel

Erstmals seit vielen Jahren sind nicht mehr Syrer die größte Antragstellergruppe, sondern Afghanen mit 5.077 Anträgen. Syrer folgen mit gut 4.000 Ansuchen auf Platz zwei. Die Plätze drei bis fünf belegen Somalier, Türken und Russen.

Asylquote bei Syrern gesunken

Die Chance auf Asyl unterscheidet sich stark nach Herkunftsländern. Während 74 Prozent der afghanischen Anträge positiv beschieden wurden, lag die Anerkennungsquote bei Syrern nur noch bei 22 Prozent – ein drastischer Einbruch gegenüber 2024, als noch 67 Prozent der syrischen Anträge bewilligt wurden.

Insgesamt wurde 2025 in 8.246 Fällen Asyl gewährt – nicht einmal halb so oft wie im Vorjahr. Dazu kamen 3.138 Mal subsidiärer Schutz und 1.315 humanitäre Aufenthaltstitel.

Rekord bei Ausreisen – Syrer kehren freiwillig zurück

Wie das Bundesministerium für Inneres mitteilte, stieg die Zahl der Ausreisen auf einen Rekordwert von 14.156 Personen. Mehr als die Hälfte davon – 7.335 – reiste freiwillig aus.

Besonders auffällig ist die Entwicklung bei syrischen Staatsangehörigen: 926 Syrer verließen Österreich im vergangenen Jahr, davon 805 freiwillig und nur 121 zwangsweise. Nach dem Sturz des Assad-Regimes im Dezember 2024 hat das Innenministerium die Rückkehrberatung intensiviert und bietet Syrern eine Starthilfe von bis zu 1.000 Euro für die freiwillige Heimkehr an.

Fast die Hälfte der Antragsteller minderjährig

Knapp 50 Prozent der Asylsuchenden waren unter 18 Jahre alt. Die Geschlechterverteilung zeigt: Rund 59 Prozent der Antragsteller waren männlich. Der Frauenanteil ist im Vergleich zu 2023 deutlich gestiegen – damals waren noch mehr als drei Viertel der Antragsteller männlich.

Grundversorgung deutlich entlastet

Die Zahl der Personen in der Grundversorgung sank auf 52.834, wovon 57 Prozent Vertriebene aus der Ukraine sind. Im Vergleich zum Jahresbeginn 2025 bedeutet das einen Rückgang von mehr als 15.000 Personen.

Eine Überprüfung zeigte: Bei 333 Altersfeststellungen stellte sich heraus, dass nur gut 39 Prozent der Geprüften tatsächlich minderjährig waren.

Österreich im europäischen Vergleich

Hochgerechnet auf die Bevölkerung liegt Österreich in der europaweiten Statistik auf dem zwölften Platz. Bei den absoluten Zahlen rangiert das Land hinter den Niederlanden, der Schweiz und Belgien an neunter Stelle.

Innenminister Gerhard Karner zeigt sich mit der Entwicklung zufrieden und betont, man werde den eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen.


Quellen:

  • Bundesministerium für Inneres (BMI)
  • Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA)
  • Migration-Infografik.at

Credits: APA

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