Die österreichische Politik verabschiedet sich von einem ihrer bekanntesten Gesichter. Der ehemalige Justizminister und langjährige FPÖ-Politiker Harald Ofner ist am Mittwoch im Alter von 93 Jahren verstorben. Das gab der niederösterreichische FPÖ-Landesparteiobmann Udo Landbauer offiziell bekannt.
Vom Starkstrommonteur zum Minister
Harald Ofners Lebensweg war alles andere als gewöhnlich. Am 25. Oktober 1932 in Wien geboren, erlebte er eine bewegte Jugend. Während der NS-Zeit besuchte er die sogenannte Napola in Traiskirchen, eine Eliteschule der Nationalsozialisten. Als kleiner Junge sei man damals „fügsam wie Plastilin“ gewesen, erzählte er später über diese harte Zeit, wie Wikipedia festhält.
Nach dem Krieg schlug er einen praktischen Weg ein. Er verließ das Gymnasium und lernte zunächst den Beruf des Starkstrommonteurs. Doch Ofner wollte hoch hinaus. Er holte die Matura nach, studierte erfolgreich Jus und eröffnete eine Kanzlei als Rechtsanwalt. Seine politische Heimat fand er in Niederösterreich. Er diente als Vizebürgermeister in Mödling und lenkte über ein Jahrzehnt die Geschicke der Landespartei. Von 1983 bis 1987 erreichte er den Höhepunkt seiner Karriere und übernahm als Justizminister in der rot-blauen Koalition große Verantwortung.
Ein legendärer Spruch bleibt unvergessen
In seiner Zeit als Minister brachte Ofner wichtige Gesetze auf den Weg. Unter anderem reformierte er das Suchtgift-Gesetz und das Arbeits- und Sozialgerichtsgesetz. Dabei suchte er stets den Konsens mit allen Beteiligten, wie noe.ORF.at berichtet. Er betonte immer wieder, dass man so lange verhandeln müsse, bis alle einer Meinung seien.
Unvergessen bleibt Ofner der breiten Öffentlichkeit aber vor allem durch einen einzigen markanten Satz. In der berühmten Lucona-Affäre im Jahr 1984 erklärte er vor dem Parlament, die Beweislage für eine Anklage sei nicht ausreichend. Seine Worte: „Die Suppe ist zu dünn.“ Dieser Spruch ging sofort in die Geschichte ein und wird bis heute von Anwälten und Journalisten gerne bei schwachen Beweislagen zitiert. Später fügte er mit einem Augenzwinkern hinzu, dass er persönlich dafür gesorgt habe, dass die Suppe schließlich dicker wurde.
Grosse Trauer in der FPÖ
Die Reaktionen auf seinen Tod zeigen, wie viel Respekt Ofner in seiner Partei genoss. FPÖ-Chef Herbert Kickl reagierte mit tiefer Trauer auf die Nachricht. Er lobte Ofner als einen Mann mit Ecken, Kanten und einem unzerbrechlichen Rückgrat. In einer Zeit der Anpassung habe er Standhaftigkeit und politischen Anstand verkörpert. „Harald Ofner war ein Patriot durch und durch“, so Kickl laut oe24.at.
Quellen: oe24.at, noe.ORF.at, derStandard.at, Wikipedia
Credits: Franz Johann Morgenbesser – BM Dr. Harald Ofner-9062, CC BY-SA 2.0 / Wikipedia
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