Traditionsbetrieb HERKA in der Krise: 68 Jobs in Gefahr

Traditionsbetrieb HERKA in der Krise: 68 Jobs in Gefahr

Die HERKA GmbH, ein österreichisches Traditionsunternehmen aus Kautzen, steht nach fast 100 Jahren vor dem finanziellen Abgrund. Die Frottierweberei, die seit 1927 hochwertige Handtücher produziert, hat ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Betroffen sind 68 Mitarbeiter, die um ihre Arbeitsplätze bangen.

Explodierende Kosten und Corona-Folgen

Wie der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) berichtet, sind die Gründe für die Insolvenz vielfältig: Die massiv gestiegenen Energie- und Chemiekosten sowie ausbleibende Bestellungen aus dem Hotelbereich – eine Nachwirkung der Corona-Krise – haben das Unternehmen in die Knie gezwungen. Geschäftsführer Thomas Pfeiffer erklärt, dass auch Produktionsausfälle durch Maschinenprobleme und ein Brand die Situation verschärft hätten.

Millionen-Schulden und Sanierungsplan

Laut den vorliegenden Unterlagen belaufen sich die Schulden der HERKA GmbH auf rund sieben Millionen Euro, während die Aktiva lediglich 1,5 Millionen Euro betragen. Insgesamt sind 134 Gläubiger betroffen. Dennoch gibt es Hoffnung: Ein Sanierungsplan soll die Rettung bringen. Den Gläubigern wird eine Quote von 20 Prozent angeboten, zahlbar innerhalb von zwei Jahren. Die Mittel dafür sollen aus der laufenden Unternehmensfortführung stammen.

Schließung der Konfektion

Ein harter Einschnitt ist die geplante Schließung des Bereichs „Konfektion“, der als nicht kostendeckend gilt. Dennoch zeigt sich Geschäftsführer Pfeiffer optimistisch: „Wir sind zuversichtlich, dass die Fortführung und Sanierung gelingen wird. Unsere Verantwortung in der strukturschwachen Region ist uns bewusst.“

Ein Unternehmen mit Geschichte

HERKA ist seit fast einem Jahrhundert ein fester Bestandteil der österreichischen Textilindustrie. Täglich werden in Kautzen rund 12.000 Handtücher produziert. Die Schwestergesellschaft Textilveredelung Gmünd GmbH, die ebenfalls insolvent ist, soll ebenfalls saniert werden. Auch hier sind 32 Arbeitsplätze und 82 Gläubiger betroffen.

Ob der Traditionsbetrieb eine Zukunft hat, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Die nächsten Schritte im Insolvenzverfahren sind entscheidend.

Quellen: oe24.at, noen.at, meinbezirk.at, heute.at, exxpress.at
Credits: APA

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