Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) hat mit seiner Aussage, Fleisch zähle für ihn zu den Grundnahrungsmitteln, eine hitzige Debatte ausgelöst. Während die Verhandlungen über die Mehrwertsteuer-Senkung auf Lebensmittel laufen, sorgt die Position des Ministers für Diskussionen.
Bablers Warenkorb ohne Fleisch
Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) präsentierte kürzlich eine Liste von Lebensmitteln, deren Mehrwertsteuer ab Sommer 2026 auf 4,9 Prozent gesenkt werden soll. Diese umfasst unter anderem Milch, Butter, Eier, Obst und Gemüse – Fleisch fehlt jedoch. Laut Babler liegt der Fokus auf Produkten, die in Österreich produziert werden. Die Liste ist jedoch nicht mit den Koalitionspartnern abgestimmt und sorgt für Spannungen innerhalb der Regierung.
Totschnigs klare Haltung
Auf Nachfrage von „oe24“ betonte Totschnig, dass Fleisch für ihn persönlich zu den Grundnahrungsmitteln gehöre. Der Minister, der aus dem Bauernbund stammt, setzt sich für eine stärkere Berücksichtigung heimischer Produkte ein. „Die Verhandlungen sind noch im Gange, aber ich werde mich für karnivore Optionen stark machen“, so Totschnig.
Kritik an der Herkunft von Lebensmitteln
Die Diskussion um Fleisch als Grundnahrungsmittel ist nicht neu. Bereits 2025 geriet Totschnig in die Kritik, als bekannt wurde, dass in der Kantine seines Ministeriums nur ein Bruchteil der Lebensmittel aus Österreich stamme. Laut einem Bericht der „Kronen Zeitung“ stammten lediglich 30 Prozent des Fleisches aus heimischer Produktion. Bauern und Opposition warfen dem Minister mangelnden Einsatz für regionale Produkte vor.
Nachhaltigkeit und Regionalität im Fokus
Totschnig verweist auf die Initiative „Österreich isst regional“, die den Anteil heimischer und biologischer Lebensmittel in öffentlichen Einrichtungen erhöhen soll. In den landwirtschaftlichen Schulen des Ministeriums liegt der Bio-Anteil bereits bei 35 Prozent, und 80 Prozent der Lebensmittel stammen aus Österreich.
Einigung in weiter Ferne
Die Verhandlungen über die Mehrwertsteuer-Senkung bleiben kompliziert. Während Babler auf eine rasche Umsetzung drängt, betonen Vertreter der ÖVP und NEOS, dass noch viele Details geklärt werden müssen. Die Frage, ob Fleisch in den begünstigten Warenkorb aufgenommen wird, bleibt offen.
Quellen: oe24.at, bmluk.gv.at, orf.at, krone.at
Credits: APA
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