Wir alle freuen uns über günstigere Lebensmittel. Die Regierung hat kürzlich angekündigt, ab Juli die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel zu senken. Das klingt erst mal wie ein voller Erfolg für unseren Geldbeutel. Doch Vorsicht: Das Finanzministerium muss dafür jedes Jahr rund 400 Millionen Euro auftreiben. Und um dieses Geld einzutreiben, rücken nun Online-Einkäufe und unser tägliches Getränk in den Fokus.
Die Online-Shopping-Falle
Der ursprüngliche Plan klang einfach: Man wollte eine Abgabe auf günstige Pakete aus Nicht-EU-Ländern einführen, um internationale Online-Giganten wie Temu und Shein teurer zu machen. Doch wie unter anderem „Der Standard“ und „SN.at“ berichten, ist das aufgrund der strengen EU-Zollvorschriften schlichtweg nicht möglich.
Was ist also der Plan B? Das Finanzministerium denkt nun darüber nach, eine Paketabgabe auf den gesamten kommerziellen Versandhandel einzuführen. Das heißt: Auch wenn wir bei einem heimischen Onlineshop bestellen, könnte es bald teurer werden. Rainer Will vom österreichischen Handelsverband warnt in einer aktuellen OTS-Aussendung, dass dieser Schritt den heimischen Handel mitten ins Herz trifft. Seiner Meinung nach werden gerade jene Unternehmen bestraft, die in den letzten Krisenjahren viel Geld in Digitalisierung und Innovation gesteckt haben – und die Kosten landen schlussendlich direkt bei den Konsumenten.
Teurer Durst: Was die Plastiksteuer für uns bedeutet
Jetzt wird die viel diskutierte Plastiksteuer zum Thema. Diese angedachte Maßnahme sorgt bei Händlern für mächtig Ärger. Die Rohstoffpreise für Verpackungen steigen ohnehin schon rasant, und eine neue Steuer könnte die Lage noch weiter verschärfen.
Der wohl verwirrendste Teil betrifft unsere alltäglichen Getränke. Laut einem von der „Presse“ analysierten Gesetzesentwurf soll die Steuer nicht nur Einweg-Kunststoffe treffen, sondern auch PET-Flaschen, die bereits Teil des erst 2025 eingeführten Pfandsystems mit 25 Cent pro Flasche sind. Branchenexperten warnen, dass sich der Preis einer günstigen Mineralwasserflasche von 39 auf 45 Cent erhöhen könnte. Man zahlt also mehr für eine Flasche, die man ohnehin schon verantwortungsvoll zurückbringt.
Wer zahlt am Ende die Zeche?
Am Ende zahlen wir alle die Zeche. Der Handelsverband stellt klar: Während der Lebensmittelhandel die Senkung der Mehrwertsteuer direkt an die Kundschaft weitergibt, könnten die neuen Abgaben diese Ersparnis schnell wieder auffressen. Anstatt die Inflation zu bekämpfen, könnten die geplanten Gebühren sie sogar noch weiter anheizen. Es bleibt abzuwarten, ob das Finanzministerium die umstrittenen Pläne noch einmal überdenkt, bevor sie uns finanziell wirklich treffen.
Quellen: oe24.at, SN.at, Kleine Zeitung, Die Presse, Handelsverband, OTS, Der Standard
Credits: APA
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