Teure Limonade: Kommt jetzt die Zuckersteuer für Österreich?

Teure Limonade: Kommt jetzt die Zuckersteuer für Österreich?

Österreichs Konsumenten müssen sich womöglich auf den nächsten Preisaufschlag an der Supermarktkassa einstellen. Mitten in Zeiten hoher Inflation und zäher Budgetverhandlungen rückt eine neue Abgabe in den Fokus der Politik. Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) spielt offen mit dem Gedanken, zuckerhaltige Getränke stärker zur Kasse zu bitten, um die Finanzen und die Gesundheit der Menschen zu lenken.

Interessante Idee für das Staatsbudget

In einem TV-Interview äußerte sich der Finanzminister sehr offen zu den neuen Plänen. Auf die Frage nach einer möglichen Einführung einer Abgabe auf süße Getränke erklärte Marterbauer, dass dies eine „interessante Idee“ sei. Wie oe24 berichtet, verwies der SPÖ-Politiker direkt auf bestehende Abgaben wie die Tabaksteuer oder Alkoholabgaben. Diese verfolgen laut Marterbauer klare gesundheitspolitische Absichten und tragen dazu bei, dass sowohl die Bevölkerung als auch der Staatshaushalt gesünder werden. Den anstehenden Verhandlungen für das Doppelbudget 2027/28 wolle er jedoch nicht öffentlich vorgreifen.

Alarmierende Zahlen bei Kindern

Starke Unterstützung für diesen Vorstoß kommt direkt aus dem Gesundheitsressort. Ein Blick auf die aktuellen Daten zeigt den dringenden Handlungsbedarf. In Österreich ist mittlerweile jedes vierte Mädchen und jeder dritte Bub übergewichtig oder adipös. Wie das Fachportal gesundheitswirtschaft.at berichtet, bestätigt eine neu beauftragte Studie, dass eine Zuckersteuer besonders für Kinder einen enorm positiven Effekt hätte. Gesundheitsminister Johannes Rauch betonte, dass viele speziell für Kinder vermarktete Getränke Unmengen an Zucker enthalten. Um den Konsum drastisch zu senken, hat die Organisation foodwatch bereits eine Online-Petition für eine sogenannte „Kracherl-Steuer“ gestartet.

Scharfe Kritik an neuer Belastung

Doch nicht alle Seiten bejubeln den drohenden Preisaufschlag. Viele Kritiker sehen darin einen direkten Angriff auf die ohnehin stark belasteten Geldtaschen der Bürger. Der politische Blog Fass ohne Boden (fob.at) warnt eindringlich vor der neuen Abgabe. Dort kritisiert man, dass die Regierung schlichtweg nach neuen Einnahmequellen sucht und damit vor allem beliebte Alltagsgetränke wie Cola, Energy-Drinks und gesüßte Eistees massiv verteuert. Die Menschen leiden bereits unter extrem hohen Energiepreisen und brauchen keine zusätzliche Bevormundungspolitik, argumentieren die Gegner der Steuer.

Zusätzlich baut sich auch von europäischer Ebene enormer Druck auf. Wie der Kurier auf kurier.at berichtet, plant die Europäische Union ab dem Jahr 2026 ohnehin eine weitreichende neue Steuer auf zu viel Fett, Zucker und Salz. Während Mediziner dieses Vorhaben voll unterstützen, läuft die europäische Lebensmittelindustrie Sturm gegen die strengen Pläne aus Brüssel.

Ob die heimische Zuckersteuer tatsächlich Realität wird, entscheidet sich in den harten Verhandlungen zum kommenden Doppelbudget. Das süße Leben könnte in Österreich jedenfalls bald spürbar teurer werden.

Quellen: oe24.at, gesundheitswirtschaft.at, fob.at, kurier.at
Credits: APA

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