Teuerungswelle in Wien: Stadt dreht kräftig an der Gebührenschraube

Teuerungswelle in Wien: Stadt dreht kräftig an der Gebührenschraube

Wien steht vor einer umfassenden Welle an Gebührenerhöhungen. Um das angespannte Budget zu sanieren, plant die Stadtregierung ab dem Frühjahr 2026, bei rund 300 Abgaben kräftig zuzulangen. Wie das Büro von Finanzstadträtin Barbara Novak (SPÖ) gegenüber der APA mitteilte, sollen die Maßnahmen der Stadtkasse mindestens 65,5 Millionen Euro pro Jahr zusätzlich einbringen. Für die Wiener bedeutet das vor allem eines: Es wird teurer.

Hundebesitzer und „Mozarts“ zur Kasse gebeten

Besonders tief müssen künftig Hundebesitzer in die Tasche greifen. Die jährliche Abgabe steigt für den ersten Hund von derzeit 72,67 Euro auf 120 Euro. Für jeden weiteren Vierbeiner werden sogar 160 Euro fällig, statt wie bisher 109 Euro. Laut Novaks Büro wurden die Tarife seit 1989 nicht mehr angepasst. Die Einnahmen seien für die Erhaltung der über 200 Hundezonen und fast 4.000 Kotsackerlspender notwendig.

Doch nicht nur Hundefreunde sind betroffen. Auch die als Mozart verkleideten Konzertkartenverkäufer in der Innenstadt müssen mehr berappen. Ihre monatliche Abgabe für die Nutzung des öffentlichen Raums wird sich laut Berichten von rund 170 Euro auf fast 350 Euro mehr als verdoppeln.

Sportwetten und Verwaltungsabgaben werden teurer

Auch in anderen Bereichen wird an der Preisschraube gedreht. Wer gerne auf Sportergebnisse wettet, muss sich auf höhere Kosten einstellen. Die Abgabe für Wettterminals steigt um satte 50 Prozent von 350 auf 525 Euro, wie kosmo.at meldet. Der Wiener Sportförderungsbeitrag, der vom Ticketpreis berechnet wird, erhöht sich um ein Viertel auf 12,5 Prozent.

Zudem werden allgemeine Verwaltungsabgaben angehoben. Der Höchstrahmen für solche Gebühren soll laut Berichten von 1.500 auf 4.000 Euro steigen. Konkrete Tarife, die beispielsweise Amts- oder Kommissionsgebühren betreffen, sollen später per Verordnung festgelegt werden.

Künftige Erhöhungen schon fixiert

Eine wesentliche Neuerung, die die Sammelnovelle mit sich bringt, ist die Möglichkeit zur zukünftigen Valorisierung vieler Abgaben. Das bedeutet, dass die Gebühren regelmäßig an die Inflation angepasst werden können, was weitere Erhöhungen planbar macht. Die Stadtregierung versichert jedoch, dass die Anpassungen nicht pauschal, sondern auf Basis konkreter Kostenentwicklungen erfolgen und soziale Ausnahmen bestehen bleiben. Die Novelle soll noch in diesem Jahr im Landtag beschlossen werden und, wie die Kronen Zeitung berichtet, nach Ablauf diverser Fristen im März oder April 2026 in Kraft treten.

Quellen: APA, wien.ORF.at, kosmo.at, diepresse.com, krone.at

Credits: APA

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