Ein beispielloser Fall erschüttert die Bundeshauptstadt: Zwei jugendliche Intensivtäter, ein Brüderpaar im Alter von nur 14 und 16 Jahren, sollen nach einer unfassbaren Serie von Straftaten abgeschoben werden. Wie das Nachrichtenmagazin „profil“ berichtet, plant das Innenministerium, den beiden serbischen Staatsbürgern den Aufenthaltstitel abzuerkennen – ein drastischer Schritt mit weitreichenden Konsequenzen.
Eine kriminelle Karriere, die fassungslos macht
Die kriminelle Energie der beiden Brüder sprengt jede Vorstellungskraft. Allein im vergangenen Jahr sollen sie gemeinsam für sage und schreibe 2.200 Anzeigen verantwortlich gewesen sein. Polizei und Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) bezeichnen sie als „Systemsprenger“ – ein Begriff für Täter, die das Justiz- und Sozialsystem an seine absoluten Grenzen bringen.
Besonders der jüngere Bruder, erst seit kurzem 14 Jahre alt, sticht heraus. Ihm werden rund 1.500 Einbrüche zur Last gelegt, die meisten davon beging er noch vor seiner Strafmündigkeit. Lange blieb er deshalb von rechtlichen Konsequenzen verschont. Doch kurz nach seinem 14. Geburtstag klickten die Handschellen: Wie oe24.at berichtet, landete er im Gefängnis, nachdem er im März mit einem gestohlenen Auto einen Unfall in Wien gebaut hatte.
Eine zweite Chance – und wieder verspielt
Ende Juli wurde der 14-Jährige unter strengen Auflagen aus der Haft entlassen. Eine Chance, die er offenbar nicht nutzte. Laut „profil“ hielt er sich nur lückenhaft an die Vorgaben. Die Folge: Schon am 8. Oktober soll er wieder zugeschlagen haben und wird als einer von drei Verdächtigen bei einem Einbruch in einen Massagesalon in Wien-Wieden geführt. Aktuell sitzen beide Brüder in Untersuchungshaft.
Die familiäre Situation der Jugendlichen ist zerrüttet. Die Mutter lebt zwar in Wien, hat aber nicht die Obsorge. Der Vater wurde bereits abgeschoben. Auch die Großeltern in Serbien sollen eine Übernahme der Verantwortung abgelehnt haben. Die Wiener Kinder- und Jugendhilfe, die derzeit die Obsorge hat, prüft laut Berichten, ob staatliche Einrichtungen im Herkunftsland der Brüder einspringen könnten.
Ein ungewöhnlicher, aber unumgänglicher Schritt?
Das Innenministerium bestätigte gegenüber der APA, dass ein Aberkennungsverfahren durch das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA) eingeleitet wurde. Zuerst müsse jedoch das laufende Strafverfahren abgewartet werden. Eine rechtskräftige Verurteilung ist die Voraussetzung für einen möglichen Entzug des Aufenthaltstitels. „Daran würden weitere Maßnahmen geknüpft – wie die Abschiebung in das Herkunftsland“, heißt es aus dem Ministerium.
Dass bei Minderjährigen eine Abschiebung erfolgt, ist äußerst selten. Aus dem Innenressort wird jedoch betont, dass dies „in manchen Fällen unumgänglich“ sei. Experten wie Nikolaus Tsekas vom Bewährungshilfe-Verein Neustart warnen allerdings vor einem rein repressiven Vorgehen. Er betonte gegenüber „profil“, dass eine Abschiebung das Problem nur verlagere und ein „Leben im Underground und der Illegalität“ fördern könnte. Für die beiden Brüder steht nun alles auf dem Spiel.
Quellen
- oe24.at: „Österreichs schlimmste Teenie-Brüder (14, 16) sollen abgeschoben werden“
- Nachrichtenmagazin „profil“
- APA (Austria Presse Agentur)
Credits: BMI
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