Ein Meer aus Taxis, ein ohrenbetäubender Lärm und tausende wütende Fahrer: Wien erlebte am Mittwoch einen Protest der Superlative. Unter dem Motto „StopptDasChaos“ legte ein riesiger Konvoi aus hunderten, wenn nicht tausenden Fahrzeugen die Innenstadt lahm. Der Grund für den Aufruhr: ein erbitterter Kampf ums Überleben gegen die übermächtig scheinende Konkurrenz von Fahrdienst-Giganten wie Uber.
Hupend vom Donauturm zum Heldenplatz
Wie zahlreiche Medien, darunter oe24.at und der ORF Wien, berichteten, startete der Protestzug am Mittag in Floridsdorf. Von dort wälzte sich die Blechlawine über die Reichsbrücke und den Ring bis zum Heldenplatz, wo die Abschlusskundgebung stattfand. Die Veranstalter sprachen von über 2.000 Teilnehmern, während die Polizei, wie die Kronen Zeitung meldete, von 500 bis 800 Fahrzeugen ausging. So oder so: Das Ergebnis war ein massives Verkehrschaos, das nicht nur Autofahrer, sondern auch die Wiener Linien ausbremste.
Der Zorn der Taxler: Kampf gegen Preisdumping
Der Unmut in der Branche ist riesig. Im Kern geht es um die Existenz. Omer Kavusah, Sprecher der protestierenden Taxiunternehmer, prangerte die unfairen Wettbewerbsbedingungen an. Während Anbieter wie Uber mit Preisabschlägen von bis zu 20 Prozent locken können, seien den klassischen Taxlern die Hände gebunden. „Dies ist eine klare Wettbewerbsverzerrung“, zitierten ihn mehrere Portale.
Die Forderungen, die auf der Straße lautstark vertreten wurden, sind klar:
- Einheitliche Tarife für alle: Schluss mit dem flexiblen Preisband, das Fahrdiensten wie Uber einen Vorteil verschafft.
- Gebietsschutz für Wien: Nur Taxis mit Wiener Kennzeichen sollen in Wien Fahrgäste aufnehmen dürfen. Es sei ein Unding, dass Fahrer aus dem Umland den Wienern die Kundschaft wegschnappen, so der Tenor.
- Bessere Vertretung: Die Protestierenden fordern eine „verlässliche und integre Interessenvertretung durch die Taxiinnung“, wie unter anderem Der Standard berichtete.
Paradox: Uber-Fahrer protestieren gegen Uber-System
Eine besondere Note erhält der Protest durch eine Information, die das Branchenmagazin Taxi Times aufdeckte: Viele der Demonstranten sind selbst für die umstrittenen Plattformen unterwegs. Es ist also ein Protest aus den eigenen Reihen – von Fahrern, die sich vom Preisdruck der internationalen Konzerne erdrückt fühlen. Auch die Wiener Taxizentrale 40100 zeigte Verständnis für den Unmut, wie die Kronen Zeitung schrieb, und unterstützte die Forderung nach einem Gebietsschutz.
Wie MeinBezirk.at festhielt, verlief die Demonstration trotz der massiven Verkehrsbehinderungen weitgehend friedlich. Doch der Kampf ist noch lange nicht vorbei. Die Organisatoren, die betonen, unabhängig von Politik und Wirtschaftskammer zu agieren, haben bereits die nächste Demonstration für den 9. Dezember angekündigt.
Quellen: oe24.at, derstandard.at, wien.orf.at, krone.at, meinbezirk.at, taxi-times.com
Credits: APA
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