Tanner unterzeichnet Vertrag: 1,1 Milliarden Euro Steuergeld für 12 Unterschall-Jets

Tanner unterzeichnet Vertrag: 1,1 Milliarden Euro Steuergeld für 12 Unterschall-Jets

Nicht sechs, sondern gleich 12 teure Unterschall-Kampf- und Trainings-Jets bestellt Österreichs Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) heute beim italienischen Hersteller Leonardo. Die Kosten: mehr als eine Milliarde Euro. Die Kritik, dass Ungarn 12 ähnliche Jets um 860 Millionen Euro günstiger einkauft, ließ die ÖVP-Ministerin kalt.

Zum viel kritisierten Rüstungsauftrag des Verteidigungsministeriums laufen parlamentarische Anfragen, auch Sachverhaltsdarstellungen bei der Wirtschafts- und Korruptions-Staatsanwaltschaft (WKStA) wurden dazu bereits eingebracht – trotz allem bleibt die ÖVP-Ministerin dabei: Selbst im allergrößten Budgetchaos und selbst bei einer angeblich nötigen Zusatzbelastung der Pensionisten über erhöhte Krankenversicherungsbeiträge bestellt Klaudia Tanner gleich zwölf Leonardo M-346FA-Jets beim italienischen Hersteller. Diese Unterschall-Jets können natürlich sehr viel – sogar in der Luft sollen sie betankt werden können, obwohl Österreichs Luftstreitkräfte noch gar kein Tankflugzeug haben.

Wie aber von exxtra24 berichtete, hat unser Nachbarland Ungarn jetzt eben wesentlich sparsamer 12 Unterschall-Trainings- und Kampfjets eingekauft: Die ungarische Streitkräfte-Führung freut sich aktuell über die Auslieferung der ersten drei Maschinen von Typ L-39 NG Skyfox, neun weitere Unterschall-Kampfjets werden in den nächsten Wochen überstellt. Insgesamt soll die ungarische Regierung etwas mehr als 240 Millionen Euro für die zwölf Trainings- und Kampfjets bezahlen, das bekannte Fachmagazin Austrianwings bezifferte den Preis für eine L-39 NG mit knapp 20 Millionen Euro (siehe: www.exxtra24.at/was-fuer-ein-skandal-oesterreich-kauft-12-kampfjets-um-860-millionen-euro-teurer-als-ungarn/).

Ungarn kaufen zwölf Jets 860 Millionen Euro günstiger

Somit kaufen die Ungarn zwölf Jets um 240 Millionen Euro – das österreichische Bundesheer überweist für zwölf Jets 1,1 Milliarden Euro an den Hersteller. Die ungarische Armee erhält also 12 Trainings- und Kampfjets einer tschechischen Firma um 860 Millionen Euro günstiger.

Am Deal der österreichischen Bundesregierung mit den Italienern soll offenbar nicht mehr gerüttelt werden können, wenn heute der Vertrag unterschrieben wird – von der Vertragsunterzeichnung berichtete die Krone vorab.

Die Beliebtheitswerte der Dreierkoalition werden damit nicht in den Himmel schießen: Wer Pensionisten und Familien schröpft und sich aber gleichzeitig zwölf der teuersten Trainingsjets am Markt bestellt, sollte sich nicht wundern, wenn eine Oppositionspartei weiter an Zustimmung gewinnt.

Was den Österreichern von der Kommunikationsabteilung des Bundesheeres auch bisher nicht gesagt worden ist: Der Lieferant der 1,1 Milliarden Euro teuren Jets war unter anderem Namen bereits in einen heftigen Korruptionsskandal verwickelt, der jahrelang die italienische und indische Justiz beschäftigt hat. exxtra24 hat darüber bereits berichtet: www.exxtra24.at/nach-korruptions-skandal-wurde-finmeccanica-zu-leonardo-und-dort-kauft-das-bundesheer-jetzt-seine-12-teuren-jets/

Credits: APA, Leonardo

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