Es ist ein Fall, der Österreich erschüttert: Baby Ayleen, gerade einmal sechs Wochen alt, wurde kurz vor Weihnachten 2024 mit schwersten Hirnverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Die Diagnose der Ärzte war eindeutig – ein massives Schütteltrauma. Wie die Staatsanwaltschaft berichtet, erlitt das Baby akute Blutungen zwischen Schädeldecke und Gehirn, erhöhten Hirndruck sowie irreparable Schäden. Heute ist klar: Ayleen wird für immer blind und taub bleiben.
Eltern vor Gericht: Mordversuch oder tragisches Missverständnis?
Am Wiener Landesgericht müssen sich die Eltern, ein syrisches Ehepaar, wegen versuchten Mordes verantworten. Der Vater (26) wird beschuldigt, das Baby mehrfach geschüttelt zu haben, während die Mutter (23) tatenlos zugesehen haben soll. Laut der Anklage habe der Vater „zumindest mit bedingtem Vorsatz“ gehandelt. Die Mutter hingegen habe es unterlassen, das Kind zu schützen oder Hilfe zu holen.
Die Verteidigung hingegen zeichnet ein anderes Bild. „Er ist ein liebevoller Vater“, betonte Anwalt Andreas Reichenbach. Es gebe keine Zeugen, die jemals Gewalt in der Familie beobachtet hätten. Die Eltern selbst bestreiten die Vorwürfe vehement und behaupten, die Verletzungen seien durch einen Unfall entstanden.
Die Version der Eltern: Ein Unfall mit fatalen Folgen?
Die Eltern schilderten, dass Ayleens fünfjährige Schwester versehentlich über das Baby gestolpert sei und dabei ein Handy gegen den Kopf der Kleinen gestoßen habe. Doch diese Darstellung wurde durch ein medizinisches Gutachten widerlegt. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass die Verletzungen nicht durch einen derartigen Vorfall verursacht worden sein können.
Ein Leben in Pflegefamilien
Seit dem Vorfall lebt Ayleen bei Pflegeeltern, ebenso wie ihre drei Geschwister. Die Eltern wurden bereits im Januar 2025 in Untersuchungshaft genommen. Die Wiener Kinder- und Jugendhilfe (MA 11) übernahm die Obsorge für die Kinder.
„Ayleen sieht fast nichts, sie kann nicht schlucken und hat schwere Koordinationsstörungen“, erklärte die Staatsanwältin vor Gericht.
Ein syrisches Ehepaar in Österreich
Das Ehepaar stammt aus Syrien und ist seit sieben Jahren verheiratet. Der Mann kam 2021 nach Österreich, seine Frau folgte 2023 mit den drei Kindern. Gemeinsam lebten sie in einer kleinen Wohnung in Wien-Simmering. Im Herbst 2024 wurde Ayleen geboren – ein Kind, das nun für immer mit den Folgen dieses schrecklichen Vorfalls leben muss.
Quelle: oe24.at
Credits: APA
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