“Süßes, sonst gibt’s Braunes”: SPÖ-Halloween-Karikatur sorgt für Kritik im Netz

“Süßes, sonst gibt’s Braunes”: SPÖ-Halloween-Karikatur sorgt für Kritik im Netz

Halloween ist erst am Samstag, die politische Debatte darüber schon jetzt im Gange. Die SPÖ hat eine Karikatur veröffentlicht, die rechte Politiker als verkleidete Gruselgestalten zeigt. In den Kommentaren hagelt es Kritik. Die Partei wollte damit offenbar vor der FPÖ warnen.

Van der Bellen mit Süßigkeiten, Kickl im Kostüm

Die Karikatur erschien auf Instagram und Facebook. Laut einer Beschreibung von unzensuriert.at hält Bundespräsident Alexander Van der Bellen darauf eine Schüssel mit Süßigkeiten in der Hand. Vor ihm stehen drei als Skelett, Mumie und Geist verkleidete Politiker, darunter FPÖ-Chef Herbert Kickl. In einer Sprechblase steht: “Süßes, sonst gibt’s Braunes”. Die Anspielung ist eindeutig: “Braun” steht im politischen Sprachgebrauch für den Nationalsozialismus. Dazu schrieb die SPÖ: “Genau hinschauen, wenn rechte Politik verkleidet vor deiner Tür steht.”

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“Sehr geschmacklos”

Unter dem Posting fallen die Reaktionen überwiegend negativ aus. “Ihr seid so peinlich”, schreibt ein Nutzer, ein anderer fragt: “Sollte die SPÖ nicht für das Volk arbeiten?” Weitere Kommentare lauten “Sehr geschmacklos” und “Der SPÖ ist nicht mehr zu helfen”. Wie repräsentativ diese Auswahl ist, lässt sich nicht sagen, Kommentarspalten in sozialen Medien bilden in der Regel nicht die Stimmung der Gesamtbevölkerung ab. Unzensuriert.at behauptet, auch Parteifunktionäre hätten das Posting kritisiert, nennt dafür aber keine namentlich zuordenbaren Belege. Eine Stellungnahme der SPÖ zu der Kritik liegt nicht vor.

Ein Spruch mit Doppeldeutigkeit

Der Satz spielt auf den bekannten Halloween-Spruch “Süßes, sonst gibt’s Saures” an, den Kinder beim Sammeln von Süßigkeiten aufsagen. Die Anspielung auf “Braunes” lässt sich dabei auf mehrere Arten lesen, was einen Teil der Empörung erklären dürfte. Die Botschaft der SPÖ zielt auf den Vorwurf, rechte Politik tarne ihre Inhalte. Kritiker sehen darin dagegen eine unzulässige Gleichsetzung der FPÖ mit dem Nationalsozialismus.

Der Ton wird rauer

Das Posting fällt in eine Phase, in der der politische Ton spürbar schärfer geworden ist. Erst vor wenigen Tagen hatte Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) die FPÖ als “Bedrohung” bezeichnet und auf ihre Wurzeln “im letzten Jahrhundert” angespielt. FPÖ-Chef Kickl konterte mit dem Vorwurf, die Christlichsozialen hätten “den Faschismus in Österreich” eingeführt. Am Nationalfeiertag warf er den anderen Parteien “Verrat an unserer Heimat” vor. Die SPÖ selbst wirbt seit einiger Zeit mit dem Slogan “Ordnen statt Spalten”.

Credits: Parlamentsdirektion/​Katie-Aileen Dempsey

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