Österreich steht vor einer gewaltigen finanziellen Herausforderung. Für das Doppelbudget 2027/28 müssen stolze zwei Milliarden Euro eingespart werden, um das Defizit wieder in den Griff zu bekommen. Nun rückt eine Maßnahme in den Fokus, die uns alle beim nächsten Supermarkt-Einkauf treffen könnte: die Zuckersteuer.
Finanzminister schielt auf süße Millionen
Die Kassen sind leer, und die Politik sucht händeringend nach frischem Geld. Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) erklärte erst kürzlich im Interview, dass eine Zuckersteuer eine durchaus „interessante Idee“ sei. Den anstehenden Budgetverhandlungen nach den Osterferien wolle er zwar nicht vorgreifen, doch die Zahlen sprechen für sich. Je nach Ausgestaltung könnte die Abgabe auf süße Sünden rund 50 Millionen Euro in die Staatskassen spülen.
Doch mit 50 Millionen Euro ist das Milliarden-Loch längst nicht gestopft. Experten bringen daher noch weitere Maßnahmen ins Spiel. Wie derStandard berichtet, haben Wifo, Fiskalrat und KDZ Empfehlungen präsentiert, die neben einer Zuckersteuer auch eine Verteuerung von Alkohol und Tabak sowie eine mögliche Erhöhung der Mineralölsteuer vorsehen.
Schock-Zahlen: So viel Zucker trinken die Österreicher
Die Diskussion dreht sich aber nicht nur ums nackte Geld, sondern auch um unsere Gesundheit. Wie der ORF berichtet, nehmen die Menschen in Österreich im Durchschnitt knapp 23 Gramm Zucker pro Tag allein durch Softdrinks zu sich. Das ist alarmierend, denn die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt insgesamt maximal 25 Gramm pro Tag. Die Organisation Foodwatch fordert deshalb vehement eine „Kracherl-Steuer“.
Auch im Gesundheitsministerium zeigt man sich offen für den Vorstoß. Aus dem Büro von Gesundheitsministerin Korinna Schumann heisst es, dass eine Steuer auf ungesunde Lebensmittel aus fachlicher Sicht zu befürworten sei. Sie könnte helfen, Krankheiten wie Adipositas und Diabetes einzudämmen. Gleichzeitig warnt das Ministerium aber davor, dass einkommensschwache Haushalte dadurch überproportional belastet werden könnten.
Blick ins Ausland: Die EU macht Druck
Österreich wäre mit einer solchen Abgabe keineswegs ein Vorreiter. Eine Form der Zuckersteuer gibt es bereits in elf Ländern der Europäischen Union. Auch Großbritannien hat entsprechende Erfahrungen gesammelt, wobei sich zeigte, dass die erhofften Effekte oft erst mit Verzögerung eintreten.
Doch selbst wenn die heimische Politik zögert, könnte die Entscheidung bald von oben diktiert werden. Die EU plant ab 2026 ohnehin neue Steuern auf zu viel Fett, Zucker und Salz. Die Lebensmittelindustrie läuft bereits Sturm gegen diese Pläne, während Mediziner das Vorhaben voll und ganz unterstützen. Ob die Zuckersteuer am Ende als nationale Rettungstat oder als europäische Vorgabe kommt, bleibt abzuwarten. Sicher ist nur: Das Stopfen des Budgetlochs wird uns alle etwas kosten.
Credits: APA
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