Orkanböen mit fast 150 Kilometern pro Stunde, umgestürzte Bäume, eingestellte Züge: Sturmtief Austen hat am Freitag den Nordwesten Frankreichs schwer getroffen und auch in den Niederlanden und Großbritannien für Probleme gesorgt. In der Normandie kam ein Mann ums Leben. Am Samstag entspannt sich die Lage, doch noch immer sind Zehntausende ohne Strom.
146 km/h an der Küste
Am heftigsten wütete der Sturm an der französischen Kanalküste. Im Département Manche wurden laut dem Energieportal Selectra Böen von 146 Kilometern pro Stunde gemessen. Dort starb laut der zuständigen Präfektur ein Mann, zwei weitere Personen wurden lebensgefährlich verletzt, wie franceinfo berichtet. In der Region Hauts-de-France wurde der gesamte Regionalzugverkehr eingestellt.
Von 288.600 auf 146.000
Der Netzbetreiber Enedis meldete am Freitag zu Mittag den Höchststand: 288.600 Haushalte in ganz Frankreich waren ohne Strom, wie die Regionalzeitung Tendance Ouest unter Berufung auf die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Am stärksten betroffen waren die Bretagne und die Normandie. Bis Freitagabend sank die Zahl auf 242.000, am Samstag um 7 Uhr waren es laut Enedis noch 146.000 Haushalte. Mehr als 2.000 Techniker stehen bereit. Repariert wird nach einem festen Schema: zuerst die großen Leitungen, dann “Dorf für Dorf, Weiler für Weiler und schließlich Haus für Haus”, so Enedis. Solange der Wind stark weht, dürfen die Techniker allerdings nicht auf die Masten.
Flugausfälle in den Niederlanden
Auch in den Niederlanden machte sich Austen bemerkbar. Die Fluglinie KLM strich laut “Heute” am Freitag wegen starker Winde 20 Flüge, für Samstag wurden 22 weitere Streichungen erwartet. Der niederländische Wetterdienst KNMI warnte vor Böen von 75 bis 90 Kilometern pro Stunde, die bis Sonntag anhalten können. Am Amsterdamer Flughafen Schiphol gab es laut der Nachrichtenagentur ANP aber nur geringe Beeinträchtigungen, andere Airlines strichen keine Flüge. In Großbritannien waren rund 12.000 Haushalte ohne Strom.
Und in Österreich?
Direkt betroffen ist Österreich von Austen nicht. Hierzulande sorgt seit Mitte der Woche ein eigenes Wettergeschehen für Abkühlung: Ein Italientief brachte Kärnten und Osttirol kräftigen Regen und auf den Bergen bis zu einem halben Meter Neuschnee. Für das Wochenende kündigen Meteorologen weiteres wechselhaftes Wetter mit Schnee bis in mittlere Lagen an.
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