Strompreis: Österreich unter den teuersten Ländern Europas

Strompreis: Österreich unter den teuersten Ländern Europas

32,6 Cent pro Kilowattstunde: So viel zahlten österreichische Haushalte im zweiten Quartal 2026 im Schnitt für Strom. Im europäischen Vergleich reicht das für einen wenig erfreulichen Spitzenplatz.

Platz sechs von 44 Ländern

Grundlage ist eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox auf Basis von Daten des Energiedienstes GlobalPetrolPrices. Demnach liegt Österreich unter 44 europäischen Ländern auf Platz sechs. Teurer ist Strom nur in Irland, wo Haushalte 42,6 Cent pro Kilowattstunde zahlen, sowie in Belgien, Deutschland, Italien und Zypern. Der Median der EU-Staaten liegt laut Verivox bei 24,1 Cent – Österreich liegt damit rund 35 Prozent darüber.

Die Nachbarn im Osten zahlen deutlich weniger

Besonders groß ist der Abstand zu den östlichen Nachbarländern. In Slowenien kostet die Kilowattstunde laut Auswertung rund 21 Cent, in der Slowakei rund 20 Cent. In Ungarn, wo die Haushaltstarife staatlich reguliert sind, sind es knapp 11 Cent – also nur etwa ein Drittel des österreichischen Preises.

Was die Zahlen nicht zeigen

Einschränkend gilt: Die Werte sind nominal und nicht kaufkraftbereinigt, das unterschiedliche Lohnniveau der Länder fließt also nicht ein. Berechnet wird der nationale Durchschnitt laut Verivox-Methodik aus den Angeboten ausgewählter Stromanbieter für Neukunden – Bestandskunden können je nach Vertrag mehr oder weniger zahlen.

Wer nicht wechselt, zahlt drauf

Wie groß die Unterschiede auch innerhalb Österreichs sind, zeigt ein aktueller Tarifvergleich des Portals Stromrechner.at: Im Netzgebiet Wien zahlt ein Durchschnittshaushalt mit 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch beim Landesversorger 33 Cent pro Kilowattstunde, beim günstigsten Anbieter 29 Cent.

Netzkosten sind gestiegen

Bei den Netzkosten gab es heuer keine Entlastung. Wie die Regulierungsbehörde E-Control mitteilte, stiegen die Stromnetzentgelte für Haushalte mit Jänner 2026 im Österreichschnitt um rund 1,3 Prozent – für einen Durchschnittshaushalt sind das rund fünf Euro pro Jahr. Als Grund nennt die Behörde unter anderem höhere Kosten der Netzbetreiber durch Investitionen in den Netzausbau, insbesondere für die Anbindung erneuerbarer Energien.

Damit bleibt eine bemerkenswerte Bilanz: Ausgerechnet das Wasserkraftland Österreich zählt beim Haushaltsstrompreis zu den teuersten Ländern Europas.

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