Österreich steht vor einer gigantischen Aufgabe. Die Regierung macht ernst und zwingt die Bundesländer zu einem beispiellosen Ausbau von Windrädern und Solaranlagen. Wer nicht mitzieht, dem drohen drastische Strafen. Eine neue Übersicht deckt nun auf, wer die wahren Gewinner und Verlierer im Rennen um die grüne Energie sind.
Das neue Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG) gibt die knallharte Marschrichtung vor: Bis zum Jahr 2030 müssen unglaubliche 27 Terawattstunden an zusätzlichem Ökostrom erzeugt werden. Doch die Lasten sind völlig ungleich verteilt. Niederösterreich thront mit gewaltigen 6,14 Terawattstunden unangefochten an der Spitze und setzt dabei massiv auf Photovoltaik und Windkraft. Wie Exxpress berichtet, folgen dahinter Oberösterreich mit 4,50 Terawattstunden und das Burgenland mit 4,46 Terawattstunden, das vor allem als absoluter Vorreiter in Sachen Windenergie punktet.
Zwang zu Windrädern in jedem Bundesland
Die Zeiten der gemütlichen Ausreden sind endgültig vorbei. Die Regierung greift durch: Gemeinden, die den Ausbau blockieren, gehen künftig leer aus, während Unterstützer finanziell belohnt werden. Für Bundesländer, die ihre strengen Quoten verfehlen, steht viel auf dem Spiel. Wie Der Standard berichtet, drohen den Ländern bei Verweigerung massive Förderkürzungen bis hin zu empfindlichen Milliardenstrafen.
Die wohl brisanteste Neuerung ist die absolute Windkraft-Pflicht. Bis 2030 müssen zwingend in jedem einzelnen Bundesland Windräder stehen. Das betrifft schonungslos auch Salzburg, Tirol und Vorarlberg, wo bisher noch kein einziges Rad für Strom sorgt. Um die langen Wartezeiten zu beenden, sollen die Genehmigungsverfahren durch spezielle Beschleunigungszonen radikal halbiert werden.
Die Angst vor dem dunklen Winter
Hinter dem massiven Druck steckt eine klare Strategie. Es geht um die Versorgungssicherheit in der kalten Jahreszeit. Wie die Oberösterreichischen Nachrichten berichten, muss vor allem die Windkraft drastisch ausgebaut werden, damit im Winter nicht die explodierenden Gaspreise die Stromrechnungen der Bürger in die Höhe treiben. Österreich muss aktuell in den Wintermonaten rund 20 Prozent seines Stroms teuer aus Gas erzeugen und weitere 20 Prozent importieren. Windräder sollen diese fatale Abhängigkeit nun brechen.
Wien landet auf dem letzten Platz
Während einige Länder vorlegen, hinken andere gewaltig hinterher. Vorarlberg und vor allem die Bundeshauptstadt Wien bilden die absoluten Schlusslichter. Wien muss lediglich 0,77 Terawattstunden beisteuern, da es in der Großstadt schlichtweg an den riesigen Freiflächen für Windparks mangelt. Hier bleibt nur der Ausweg über Solaranlagen auf den Dächern.
Die Branche schlägt derweil Alarm und fordert Tempo. Wie Oesterreichs Energie berichtet, kann das neue Gesetz nur dann zum Retter der Energiezukunft werden, wenn die Maßnahmen auch gnadenlos und schnell in die Tat umgesetzt werden. Die Uhr tickt, und die Bundesländer müssen nun Farbe bekennen.
Quelle: Exxpress, Der Standard, Oesterreichs Energie, Oberösterreichische Nachrichten
Credits: APA
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