Stocker reiste per Privatjet zum Drei-Meere-Gipfel nach Kroatien

Stocker reiste per Privatjet zum Drei-Meere-Gipfel nach Kroatien

Aus einer neuen parlamentarischen Anfragebeantwortung geht hervor: Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) nutzte für eine Dienstreise nach Dubrovnik einen sogenannten Bedarfsflug – Kostenpunkt für ihn und seine Begleitung: mehr als 10.000 Euro.

Die Reise im Detail

Aus der Anfragebeantwortung an FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz geht hervor, dass Stocker im April per Privatflug zum „Three Seas Summit“ nach Dubrovnik in Kroatien reiste. Begleitet wurde er dabei von drei Kabinettsmitarbeitern sowie zwei Angestellten aus dem Kanzleramt. Für Stocker selbst fielen Kosten in Höhe von 3.493,76 Euro an, für seine fünfköpfige Entourage weitere 6.987,52 Euro – in Summe ergibt das 10.481,28 Euro.

Die Begründung des Kanzleramts

Auf Anfrage von oe24 erklärte das Kanzleramt, warum ein regulärer Linienflug in diesem Fall nicht infrage kam: „Die Anwesenheit des Bundeskanzlers war von circa 13:00 Uhr bis 20:00 Uhr erforderlich. Das wäre nicht ohne Übernachtung möglich gewesen.“ Man habe sich daher aus zeitökonomischen Gründen für den Bedarfsflug entschieden. Ausschlaggebend war zudem der Terminplan am Folgetag: Bereits am nächsten Morgen musste Stocker pünktlich beim Ministerrat in Wien erscheinen – mit einem Linienflug wäre das laut Kanzleramt nicht möglich gewesen.

Einladung des kroatischen Regierungschefs

Stocker war auf Einladung des kroatischen Ministerpräsidenten Andrej Plenković zu dem Gipfeltreffen der Drei-Meere-Initiative gereist. Neben der offiziellen Veranstaltung standen auch mehrere bilaterale Gespräche auf dem Programm.

Kein Einzelfall in vergangenen Legislaturperioden

Der Rückgriff auf Bedarfsflüge ist bei österreichischen Regierungsmitgliedern keine Seltenheit: Wie eine Auswertung der „Wiener Zeitung“ zeigt, griffen Ministerien allein in der vorangegangenen Legislaturperiode zwischen 2019 und 2024 mindestens 186 Mal auf einen Privatflug zurück – meist dann, wenn die Zeit für einen Linienflug schlicht nicht ausreichte.

Zwei weitere Flüge in derselben Anfragebeantwortung

Auch zwei weitere Reisen stechen in der für das zweite Quartal abgefragten Anfragebeantwortung hervor: Für einen Flug nach Innsbruck fielen für Stocker 561,93 Euro an, für seine vier Begleiter weitere 2.247,72 Euro. Ein Flug nach Bregenz beziehungsweise zu einem umliegenden Flughafen kostete für den Kanzler 331,10 Euro, für seine fünf Begleiter 2.954,70 Euro. Beide Reisen führten Stocker zum sogenannten Bundesländertag.

Ein wiederkehrendes Streitthema

Die genauen Reisekosten von Regierungsmitgliedern sorgen in Österreich regelmäßig für politische Debatten, insbesondere wenn sie mittels parlamentarischer Anfragen der Opposition öffentlich werden. Ob die aktuell bekanntgewordenen Zahlen zu Stockers Kroatien-Reise weitere politische Reaktionen nach sich ziehen, bleibt abzuwarten.

Credits: BKA

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